Längste Schrägseilbrücke der Welt
Stark genug für ein Jahrtausendbeben

Griechenland baut über den Golf von Korinth die längste Schrägseilbrücke der Welt. Und dieses Bauwerk könnte keinen anderen Namen tragen als den des großen griechischen Politikers Harilaos Trikoupis. Er hatte die Vision.

HB PATRAS. 1889 beauftragte Trikoupis die Ingenieure, den Bau einer Brücke über den Golf von Korinth zu prüfen. Sie sollte nahe der Hafenstadt Patras den Peloponnes mit dem westgriechischen Festland verbinden. Doch die Fachleute winkten ab: utopisch sei das Vorhaben. Und noch 1992 urteilte die griechische Ingenieurskammer, der Brückenschlag über die fast 2,5 Kilometer breite Meerenge sei undurchführbar.

Aber jetzt steht die Harilaos-Trikoupis-Brücke. Von Rion auf dem Peloponnes schwingt sie sich hinüber zur Ortschaft Antirion. Ende Mai setzte ein Schwimmkran das letzte Element des Brückendecks ein, ab Mitte August soll das Bauwerk für den Verkehr freigegeben werden. Mit einer Länge von 2 252 Metern ist dies die längste Schrägseilbrücke der Welt. Aber nicht nur die Dimensionen machen sie zu einem der weltweit ambitioniertesten Brückenbauprojekte. „Wir hatten es gleich mit einer Vielzahl von Widrigkeiten zu tun: einer großen Wassertiefe, starken Strömungen, einer hohen seismischen Aktivität und einem instabilen Meeresgrund“, sagt Jean-Paul Teyssandier, der Chef des französisch-griechischen Konsortiums Gefyra S.A., das die Brücke entwarf, baute und als Konzessionär betreiben wird.

Die Brücke ist Teil einer geplanten Nord-Süd-Achse vom Peloponnes zum griechischen Adriahafen Igoumenitsa. 771 Mill. Euro hat das Projekt gekostet. Knapp zehn Prozent brachten die Konsortialpartner als Eigenkapital auf, rund 45 Prozent steuerte der griechische Staat als Subvention bei. Der französische Mischkonzern Vinci hält 53 Prozent an Gefyra, den Rest teilen sich fünf griechische Bauunternehmen.

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