Längster Tunnel der Welt
Gruezi, Gotthard!

Der Durchstich beim Gotthard-Basistunnel ist geschafft, die Schweiz jubelt. Doch die Freude könnte sich bald legen, denn die Steuerzahler im Alpenland werden noch lange für den längsten Eisenbahntunnel der Welt zahlen. Wer von dem Bau der Superlative profitiert.
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SEDRUN. Es ist ein Bauwerk der Superlative, das die Umwelt schonen soll – und das sich wohl nie rentieren wird. Wenn am heutigen Freitag, 14 Jahre nach Bohrbeginn, der Durchstich des Gotthard-Basistunnels gelingt, ist das Balsam für die durch die Finanzkrise geplagte Schweizer Seele. Doch die Steuerzahler müssen noch lange für den längsten Eisenbahntunnel der Welt zahlen, der 2017 in Betrieb gehen soll.

Die neue Gotthard-Verbindung ist das Herzstück der sogenannten Alpentransversale (Neat), die den anschwellenden Güter- und Menschenstrom durch die Alpen kanalisieren und von der Straße auf die Schiene verlagern soll. Die beiden 57 Kilometer langen Röhren führen Nord- und Südeuropa näher zusammen: So verkürzt sich etwa die Bahnreise von Zürich nach Mailand um eine Stunde.

„Im Einzugsgebiet der Gotthard-Bahn leben über 25 Millionen Menschen“, rechnet die Alptransit Gotthard AG, eine Tochter der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), als Bauherr vor.

Bedeutender ist aber die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Während über die bestehende Gotthard-Bahnlinie pro Jahr 20 Mio. Tonnen Fracht rollen, soll es auf der neuen Strecke die doppelte Menge sein. Längere Güterzüge können mit bis zu 4 000 Tonnen Ladung durch die Röhren fahren. Die Eisenbahn nimmt Lastwagen Huckepack und wird so zur „Rollenden Autobahn“. Millionen Tonnen CO2 lassen sich einsparen.

Um den neuen Tunnel auszulasten, schlossen die Schweizer Verträge mit Deutschland und Italien, die Zubringerlinien ausbauen sollen. Dies geht dem Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger allerdings nicht schnell genug: „Probleme hat momentan vor allem Deutschland, weil sich die Bevölkerung entlang des Rheins gegen gewisse Ausbauten wehrt“, kritisiert er. Die Italiener hingegen seien „in keiner Weise in Verzug“.

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  • Tja, was soll man dazu sagen. bereits im Titel offenbart sich deutscher Kleingeist: "... da werden die Schweizer Steuerzahler noch lange dafür zahlen ..." und "Wer davon profitiert."

    Man kann natürlich alles auf diese zwei Aussagen reduzieren, aber weit vorwärts kommt man damit nicht, wenn die neidige Krämerseele das letzte Wort hat.

    Schöne Grüße aus der Schweiz.

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