Lake Chao versorgt Menschen mit Trinkwasser
Deutsche Forscher sanieren See in China

Deutsche Forscher wollen den Lake Chao in China wieder zu dem machen, was er einst war: Ein sauberes und klares Gewässer, das Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt.

HB BRAUNSCHWEIG. Derzeit entsorgen 1,2 Millionen Menschen ihr Abwasser im fünftgrößten See Chinas südlich der Millionenstadt Hefei in der Provinz Anhui. Das Problem ist, dass das Seewasser auch als Trinkwasserreservoir verwendet wird. Ein Projekt zur Sanierung des Sees soll aus diesem Wasser wieder sauberes Trinkwasser machen.

Das Wasser des Lake Chao in China ist beinahe schwarz – von Juli bis November ist der See von Blaualgen überwuchert. Die einzige Kläranlage, die dieses Wasser reinigen soll, ist völlig überfordert. Daher gelangen Fäkalienreste und Nährstoffe in den See. Blaualgen gedeihen in so einem eutrophierten See prächtig. Sie geben Giftstoffe ab, die andere Pflanzen absterben lassen, um selber gut zu gedeihen.

Nach den Berichten der Forscher ist der im Schnitt nur dreieinhalb Meter tiefe See an der Grenze zum Umkippen, dennoch wird immer noch Trinkwasser daraus entnommen, das lediglich gefiltert wird. Um eine rasche Lösung zu erreichen, hat das Braunschweiger Leichtweiss-Institut für Wasserbau die Sanierung in zwei Phasen unterteilt: die kurzfristige Gewinnung von Trinkwasser und die längerfristige Sanierung des Sees. Den kurzfristigen Teil übernimmt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

„In dem Seewasser sind gefährliche Cyanotoxine enthalten, die Krebs und andere Krankheiten verursachen können“, sagt Claudia Wiegand vom Berliner IGB. Die Forscher beschäftigen sich damit, eine Vorreinigung des Trinkwassers vorzunehmen, die schnell und kostengünstig ist. „Dazu untersuchen wir verschiedene Pflanzenarten, die das Wasser von den giftigen Stoffen reinigen“, sagt die Wissenschaftlerin. Dabei werden ausschließlich in China heimische Pflanzen verwendet. Diese Pflanzen werden in so genannten Enclosures, einem vom übrigen See abgetrennten Bereich, angepflanzt. In den dadurch entstandenen Miniseen mit einem Zu- und Abfluss finden die Experimente statt.

Das Projekt läuft seit Anfang des Jahres und wird 2007 abgeschlossen sein. Parallel dazu konzipieren die Braunschweiger Forscher Abwassermodelle, um auf lange Sicht einen gesunden See herzustellen.

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