Langsamer Technikwandel
Metall-Scanner bekommen Konkurrenz

Fest im Markt etabliert sind Metalldetektoren. Doch neue Röntgendetektoren finden auch Kunststoff, Glas und Knochensplitter. Die Technik etabliert sich aber nur langsam. Noch habe sich der Röntgen-Scanner auf dem europäischen Markt nicht durchgesetzt, wohl aber auf dem asiatischen.

ST.INGBERT. Der Fall liegt noch gar nicht lange zurück: Ein Mann beißt in einem Fastfood-Restaurant beherzt in einen Hamburger – und trifft ein Stück Metall. Die Burger-Kette musste schließlich zahlen, weil der Kunde bei dem imageschädigenden Unfall sogar einen Zahn verloren hatte.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, setzen viele Verpackungstechniker bei Kosmetika, Medikamenten und Lebensmitteln Metalldetektoren zur Qualitätskontrolle ein, die auch mikroskopisch kleine Metallteile erkennen. Jetzt kommen Detektoren auf den Markt, die auch andere Materialien finden. Kontrollgeräte, die mit Röntgenstrahlen arbeiten, sehen Kunststoff, Glas, Steine, Hartgummi, Knochen- oder Muschelsplitter. Vor allem können diese Geräte auch unvollständige Packungen oder Packungen mit kaputtem Inhalt identifizieren und aussortieren.

Dennoch werden die Röntgen-Sucher den herkömmlichen Metalldetektor vorerst nicht ersetzen. „Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile“, weiß Stefan Schiffer, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung der japanischen Ishida Gruppe. Das Unternehmen aus Schwäbisch Hall konzipiert, produziert und installiert Verpackungstechnologien. Sein Röntgenkontrollsystem wird seit einigen Jahren weltweit vertrieben.

Ein lernender Algorithmus ist in das Röntgengerät integriert. Schon nach kurzer Zeit soll der Detektor typische Problemfälle selbstständig erkennen und exakt unterscheiden können. Dazu speichert die Bildverarbeitungssoftware alle Daten über Fremdkörper oder Fehler und leitet daraus Profile ab. Neue Produkte vergleicht das System dann mit seinen Profilen. „Der Druck von Handel und Verbraucher stellt uns vor immer höhere Anforderungen an Qualität und Produktsicherheit“, erklärt Ishida-Chef Schiffer. „Neue Technologien sind gefragt. Technisch ist unser Röntgensystem jetzt ausgereift.“

Noch habe sich der Röntgen-Scanner auf dem europäischen Markt nicht durchgesetzt, wohl aber auf dem asiatischen, sagt der Geschäftführer. Weltweit verkaufte das Unternehmen bereits 2800 Geräte. Ein Grund, dass Unternehmen hierzulande noch zögern, sich ein Röntgenkontrollsystem anzuschaffen, sind die hohen Anschaffungskosten. Das Fünf- bis Zehnfache eines Metalldetektors muss der Kunde einkalkulieren.

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