Laser schneidet Form des Gewebes individuell aus
Transplantation von Hornhaut verbessert

Ärzte der Universitätsaugenklinik Magdeburg haben eine neue Technik für Hornhauttransplantationen entwickelt: Das erkrankte Gewebe wird dabei durch ein individuell angepasstes Transplantat ersetzt, das exakt der Ausdehnung der Hornhauterkrankung entspricht.

bia DÜSSELDORF. Hornhauttransplantationen sind nicht selten in Deutschland: Fast 5 000 derartige Operationen werden jährlich durchgeführt, darüber hinaus warten zahlreiche Menschen auf ein Spendergewebe. Hornhauttransplantationen werden vorgenommen, weil es zu dauerhaften Eintrübungen, zum Beispiel durch eine Infektion, einen Unfall oder aber altersbedingt, gekommen ist. Erst eine gesunde, klare Hornhaut bringt das Sehvermögen zurück.

Bei den konventionellen Operationstechniken verwenden die Ärzte meist kreisrunde Transplantate. Dabei benutzen sie Rundmesser, so genannte Trepane, um möglichst glatte Schnittkanten mit gleichmäßiger Geometrie zu gewährleisten, wenn die Hornhaut ausgeschnitten wird. „Bei komplizierten Ausgangssituationen werden auch andere spezielle Techniken angewendet, um die Beschränkung auf runde Transplantate zu umgehen“, sagt Klaus Schmitz, Oberarzt der Uni-Augenklinik Magdeburg. „Dies erfordert jedoch, dass Hornhautgewebe zumindest teilweise ,freihändig’ geschnitten werden muss, was durchaus zu Problemen führen kann.“

Spender- und Empfängerhornhaut sind gleich groß

Dieses Hindernis haben die Mediziner jetzt aus dem Weg geräumt: Mit Hilfe eines Excimer-Lasers werden Spender- und Empfängerhornhaut größenmäßig übereinstimmend in freier Form ausgeschnitten. Die Form des Transplantats ergibt sich aus dem jeweiligen Hornhautbefund. Für die neue Technik wurde die Software des Eye-Tracking-Systems des Lasers modifiziert. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass der erkrankte Bereich der Hornhaut isoliert durch ein Spendertransplantat ersetzt werden kann, ohne dass das optische Zentrum der Hornhaut in den Transplantat- oder in den Nahtbereich einbezogen werden muss. Dadurch verkürzt sich die Zeit der Rehabilitation.

Bei der ersten Patientin, einer 74-jährigen Frau, konnte der durch ein Geschwür beeinträchtigte Teil ihrer Hornhaut durch ein nierenförmiges Transplantat mit einer Ausdehnung von vier mal sieben Millimeter völlig übereinstimmend ersetzt werden. „Durch die minimierte Menge von transplantiertem Fremdgewebe sind günstige Einflüsse hinsichtlich einer möglichen Immunreaktion zu erwarten“, hebt Schmitz hervor.

Der technische Aufwand des Verfahrens mit dem Excimer-Laser ist allerdings recht erheblich. Deshalb bleibt es lediglich eine Ergänzung bei der Hornhauttransplantation für ausgewählte Indikationen.

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