Laserbasierte Präzisionsspektrographie
Deutscher erhält Physik-Nobelpreis

Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht an den Münchner Forscher Theodor Hänsch sowie die beiden Amerikaner John Hall und Roy Glauber. Alle drei forschen auf dem Gebiet der Optik und haben einen großen Beitrag zum Verständnis der Natur des Lichtes geleistet, dies teilte die schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

HB STOCKHOLM. An Hänsch geht ein Viertel des mit insgesamt zehn Mill. Kronen (rund 1,1 Mill. €) dotierten Preises. Der 1941 geborene Wissenschaftler ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching und lehrt an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität. Er gilt als Pionier auf dem Gebiet der Laserspektroskopie und bekam in diesem Jahr bereits den renommierten Otto-Hahn-Preis. Er ist der 24. deutsche oder deutschstämmige Forscher, der den Physik- Nobelpreis erhält.

Mit der Hälfte des diesjährigen Physik-Nobelpreises wurde Roy J. Glauber (Jahrgang 1925) von der Harvard Universität ausgezeichnet. Ein weiteres Viertel des Preises geht an den US-Forscher John L. Hall (Jahrgang 1924) von der Universität von Colorado. Hänsch und Hall erhielten den Nobelpreis für ihre Arbeit bei der präzisen Bestimmung der Farbe des Lichts in Atomen und Molekülen mittels der Laserbasierten Präzisionsspektroskopie. Ihre Forschungen hätten genauere Messungen für Frequenzen zum Einsatz in Präzisionsuhren und neuen Technologien zur globalen Standortbestimmung ermöglicht, hieß es zur Begründung.

Dank ihrer Arbeit lassen sich unter anderem kleinste Zeitabstände messen. Damit können Satellitennavigationssysteme wie GPS noch weitaus genauer arbeiten. Eine Atomuhr auf Basis dieser Resultate ginge in rund 30 Mrd. Jahren rechnerisch nur eine Sekunde falsch. Zum Vergleich: Das Universum ist erst 13,7 Mrd. Jahre alt.

Die zweite Hälfte des Physik-Nobelpreises geht an den Theoretiker Glauber (80) von der Harvard-Universität in Cambridge (USA). Er hatte in den sechziger Jahren unter anderem die grundlegenden Unterschiede zwischen althergebrachten Lichtquellen wie einer Glühbirne und den viel modernen Lasern erklärt. Glauber legte damit die Grundlagen für das neue Gebiet der Quantenoptik. Diese Disziplin baut auf die Doppelnatur des Lichts. Dieses kann zum einen wie ein Strom kleiner Teilchen (Photonen) behandelt werden, zum anderen aber auch als kontinuierliche Welle.

„Ich bin überwältigt, froh und sprachlos“ sagte Hänsch am Dienstag kurz nachdem er telefonisch über seine Auszeichnung informiert worden war. In der Physik gebe es keine größere Auszeichnung als der Nobelpreis, freute sich der 1941 geborene Wissenschaftler. Er habe zwar nicht mit dem Nobelpreis gerechnet, sagte der sichtlich überwältigte Hänsch inmitten von Journalisten und Gratulanten im Institut für Physik der Münchner Universität. „Aber ich habe mir ein kleines Fünkchen Hoffnung erlaubt“, fügte er lächelnd hinzu. Zum Feiern bliebe ihm aber eigentlich keine Zeit, da er sich auf dem Weg in die USA zu einem Symposium an der Universität Berkeley befinde. Für ein Glas Sekt mit seinen Studenten reichte die Zeit dann aber doch noch. Die Auszeichnung zeige, „dass man auch in Deutschland sehr gut wissenschaftlich arbeiten kann“, sagte Hänsch.

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