Lasertechnik
Feine Laser für grobe Aufgaben

Ob beim Schneiden, Schweißen oder Löten - moderne Hochleistungslaser übernehmen quer durch alle Industrien längst die ganz rauen Jobs. Auch besonders dicke Bleche werden mit der Lasertechnik bearbeitet. Dabei zeichnen sich die Laser durch eine hohe Geschwindigkeit und Präzision aus.
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KÖLN. Wer das Eldorado der Lasertechnik sucht, sollte zur Meyer Werft nach Papenburg pilgern. Der Schiffsbauer hat in den vergangenen Jahren eines der größten Laserzentren Europas aufgebaut, mit dessen Know-How das Unternehmen einzelne Stahlblöcke zu Riesendampfern zusammensetzt. Jedes Mal, wenn die 2 500 Werftarbeiter ein Kreuzfahrtschiff tauffertig gebaut haben, haben sie 850 Kilometer an Schweißnähten gezogen, davon 600 Kilometer per Laser. "Das Laserschweißen ist einfach die schnellere und präzisere Technik", sagt Hermann Lembeck, Leiter des Laserzentrums der Meyer Werft.

Nicht nur im Schiffbau, sondern quer durch alle Industrien übernehmen moderne Hochleistungslaser immer öfter die ganz rauen Jobs: Das Zerschneiden fingerdicker Stähle, das Verschweißen meterlanger Bleche und die Behandlung von titanharten Oberflächen. Laser verschweißen mittlerweile zum Beispiel Autokarosserien oder Pipeline-Rohre, bei deren Bearbeitung früher Gas- oder elektrische Lichtbogenschweißgeräte unersetzlich waren. Heute können Laser diese Arbeitsschritte oft viel kostengünstiger verrichten.

Und sie ermöglichen völlig neueProduktionsverfahren, zum Beispiel in der Autoindustrie: "Die Entwicklung im Karosseriebau hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch beschleunigt", sagt Thorsten Frauenpreiß, Geschäftsführer der Rofin Laser-Sinar GmbH. "Bleche verschiedener Dicke werden heute zu so genannten Tailored Blanks verschweißt. Außerdem haben sich neue, hochfeste Mangan-Bor-Stähle etabliert. Ohne die Laserbearbeitung wäre das nur schwer möglich gewesen." Vor allem der Trend zum Leichtbau macht die Lasertechnik attraktiv, weil sie Stahl mit leichten Materialien besonders zuverlässig verbindet.

Die meisten Laser werden in der Makrobearbeitung nach wie vor als Schneidwerkzeuge eingesetzt. Laserstrahlen durchtrennen Stahl, Aluminium, Holz oder Keramik so schnell wie kein anderes Werkzeug. Zum Eisatz kommen dabei meist so genannte CO2-Laser, bei denen ein Gasgemisch aus Helium, Stickstoff und Kohlendioxid benutzt wird, um den Lichtstrahl zu erzeugen. Doch nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch in der Präzision ist das Laserschneiden anderen Trennverfahren überlegen: Quarzgläser zum Beispiel können per Laser zu kleinsten Bauteilen geschnitten werden, weil dabei keine feinen Mikrorisse im Glas entstehen.

Auch das Laserschweißen hat sich in vielen Anwendungen längst gegenüber anderen Techniken durchgesetzt. Ein großer Vorteil ist die Präzision: Die Wärmezufuhr bleibt eng begrenzt, sodass auch Bauteile bearbeitet werden können, die sich normalerweise beim Schweißen verformen würden.

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