Lasertechnik
Intelligente Schutzwand reagiert auf Beschuss

Extrem praktisch, aber auch extrem gefährlich: Die neuen Hochleistungs-Laser sind eine echte Herausforderung für den Arbeitsschutz. Firmen arbeiten nun an speziellen, hoch technisierten Schutzwänden für ihre Laseranlagen.

KÖLN. Laser schneiden nicht nur Stahlblech und schmelzen Kunststoff - sie können auch für Arbeiter extrem gefährlich sein. "Die Laserleistung wird immer stärker", weiß Günter Neumann, Geschäftsführer von Reis Lasertec. Das Würselener Unternehmen entwickelt Schutzsysteme für die Arbeit mit Laserstrahlen.

Die können Menschen erblinden lassen und ihre Haut extrem verbrennen. Selbst gestreute Strahlen richten noch beträchtlichen Schaden an: "Beim Bearbeiten von poliertem Edelstahl zum Beispiel sind die Reflektionen so schnell, dass der natürliche Lidschlusseffekt nicht ausgelöst wird", sagt der Reis Lasertec-Chef, "Das Licht dringt dann auf direktem Weg bis auf die Netzhaut durch." Man bemerkt das häufig erst, wenn das Auge bereits Schaden genommen hat. "Schwarze Flecken im Sichtfeld oder eine Linsentrübung sind oft Folgen eines Laserunfalls", sagt Neumann.

Schutzvorrichtungen werden dabei umso wichtiger, je höher die Laserleistung ist - und die Distanz zwischen Strahlquelle und Werkstück: "Hat man früher den Laserstrahl noch aus 200 Millimeter Entfernung auf das Werkstück geschickt, arbeiten die Remote-Anlagen heute mit 1500 Millimeter", sagt Günter Neumann. Geht so ein Strahl daneben, ist er auch auf lange Entfernung noch gebündelt und damit gefährlich: Schutzwände müssten beinahe meterdick sein, damit genügend Zeit zum Abschalten bleibt, bis der verirrte Laser sich durchgebrannt hat.

Weil das aus Platz- und Kostengründen nicht geht, spezialisieren sich Laserschutz-Anbieter jetzt auf aktive Schutzkabinen. So wie die Füchtenkötter GmbH in Marienfeld. Das Prinzip: Zwei relativ dünne Schutzwände, zwischen denen in einem Hohlraum Sensoren die Lichtstreuung messen. Dringt ein Strahl durch die innere Wand, erzeugt er Reflektionen im Hohlraum, die Sensoren schalten auf Not-Aus, lange bevor der Laser die zweite Wand berührt hat. "So schalten wir bei einer Fehlstrahlung die gesamte Anlage innerhalb von Sekundenbruchteilen aus", verspricht Joachim Rickmann, Laserexperte bei Füchtenkötter.

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