Lauf-Akkus
Beim Laufen Strom erzeugen

Für viele Läufer gehört ein MP3-Player mittlerweile genauso zur Ausrüstung wie die Sportschuhe. Blöd nur, dass auf lange Distanzen oft auch die Batterien auf der Strecke bleiben. Darum entwickeln Tüftler nun Akkus, die sich beim Laufen aufladen sollen.
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BERLIN. Die Versorgung von Handys, PDAs und MP3-Spielern mit Energie ist ein Riesenproblem. Was nutzen die vielen tollen Funktionen, mit denen die Hersteller ihre Geräte ausstatten, wenn diese so viel Strom verbrauchen, dass Akkus in kurzer Zeit leer sind und man die eigentliche Funktion nicht nutzen kann? Experten sind sich sicher, Tüftler die für die Stromversorgung unterwegs eine brauchbare Lösung finden, werden sich eine goldene Nase verdienen.

„Derartige Technologien haben ein großes Marktpotenzial“, ist Ralph Hintemann, Experte für IT und Innovationsmärkte beim Branchenverband Bitkom, überzeugt. Erste vielversprechende Lösungen gibt es bereits – „auch wenn noch nicht alle technischen Probleme für den täglichen Einsatz gelöst sind“, so Hintemann.

Es sind eigenwillige Innovationen, die allerdings nur für wirklich mobile Menschen geeignet sind – weniger für Stubenhocker. Das US-amerikanische Startup M2E Power beispielsweise will einen Akku auf den Markt bringen, der sich durch Bewegung auflädt. „Wer ihn sechs Stunden lang in der Hosentasche oder im Rucksack mit sich herumträgt, wird genug Energie für ein bis zu einstündiges Handytelefonat erzeugen“, versprechen die Entwickler. Allerdings soll die Lösung zunächst in Form eines Ladegeräts samt Zusatzakku auf den Markt kommen – erst ein Jahr später sollen selbstaufladende Akkus folgen, die im Handy bleiben.

Das Funktionsprinzip ist einfach: Es basiert auf elektromagnetischer Induktion, bei der kleinste Bewegungen eine Ladung zwischen Magnet und Spule erzeugen. Nach Aussage von M2E-Power-Chef David Rowe zeigen Handyhersteller großes Interesse an der Technik.

Einen vielversprechenden Weg zu leistungsfähigeren Akkus weist zudem die Piezotechnik. Forscher der Texas-A&M-Universität haben mit extrem dünnem Blei-Zirkon-Titanat ein piezoelektrisches Material entwickelt, das exakt bei einer Dicke von 21 Nanometern die Energieausbeute verdoppelt. Damit ließe sich die Akkulaufzeit deutlich verbessern.

Und nicht nur das: Auch hier sorgt Bewegung dafür, dass Strom erzeugt wird. Das ultradünne Material selbst wandelt die durch Druck- und Schallwellen entstehende Bewegungsenergie in Elektrizität um. Laut Entwickler Tahir Cagin von der Texas-A&M-Uni könne daher sogar ein Telefonat für neuen Strom sorgen. Wann die Idee auf den Markt kommen könnte, vermag er jedoch noch nicht zu sagen.

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  • Es ist wirklich eine interessante Verbesserung. ich kenne die Situationen nur zu gut wo der Handyakku mal wieder leer ist und man ihn doch so dringend bräuchte. Aber bis das Markttauglich ist dauerts bestimmt noch etwas.

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