Lebensfeindlicher Boden
Kein Spargel auf dem Mars

Der Marsboden taugt offenbar doch nicht für den Gemüseanbau. Die Nasa-Sonde Phoenix hat in Bodenproben ein Umweltgift entdeckt, das sich auf der Erde in Raketentreibstoff findet. Unklar ist noch, ob der Stoff ein natürlicher Bestandteil des Marsbodens ist.

ap LOS ANGELES. Der Mars ist vielleicht doch lebensfeindlicher als von Forschern bislang vermutet. Die in der Nähe des Nordpols gelandete Sonde Phoenix fand jetzt in einer neuen Bodenprobe die Substanz Perchlorat, ein schnell oxidierendes Salz, das eine unfreundliche Umwelt schaffen würde.

Das Ergebnis war vor allem deshalb überraschend, weil erste Bodenproben der Sonde ergeben hatten, dass der Boden auf dem Mars dem der Erde ähnlich sein könnte. In den Proben waren Nährstoffen wie Magnesium, Natrium und Chlorid nachgewiesen worden. Samuel Kounaves, einer der Wissenschaftler im Phoenix-Team, hatte dem Marsboden daraufhin sogar die Tauglichkeit zum Spargelanbau attestiert.

Die neuen Laborergebnisse zeichneten nun ein ganz anderes Bild, erklärte der leitende Wissenschaftler Peter Smith von der Universität von Arizona in Tucson. Perchlorat kommt auf der Erde als natürlicher und vom Menschen geschaffener Schadstoff vor, der im Boden und manchmal auch im Grundwasser nachgewiesen werden kann. Perchlorat ist die Hauptsubstanz in Feststoffraketen und wird in der Pyrotechnik und bei Sprengstoffen verwendet.

Wie die Substanz auf dem Mars entstanden ist und wie stark sie dort vorkommt, ist noch unbekannt. Die Nasa prüft auch, ob Phoenix mit seinen Bremsraketen das Perchlorat auf den Mars gebracht haben könnte.

Die Sonde kann sich auf dem Mars nicht bewegen, Bodenproben können deshalb nur in unmittelbarer Umgebung zur Landestelle gesammelt werden. Da auch ein weiteres Analysegerät der Sonde das Perchlorat bislang nicht nachgewiesen hat, prüft die Nasa die Ergebnisse noch einmal sehr genau.

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