Lichtaktive Substanzen
Stoffe reagieren auf Sonnenlicht

Lichtaktive Stoffe, die im Sonnenlicht ihre Farbe ändern, finden immer breitere Verwendung. Sie werden längst nicht nur in Brillengläsern genutzt, sondern auch in der Kosmetik. Das Entwicklungslabor des italienischen Kosmetikkonzerns Ferrara hat ein Make-up hergestellt, das bei Tageslicht dezenter wirkt als bei künstlicher Beleuchtung.

BERLIN Das Wechselspiel zwischen zwei Farben beruht auf einem Phänomen in der Chemie: Lichtaktive Substanzen besitzen eine einzelne sehr schwache chemische Bindung, die durch die Energie des Lichtes aufgebrochen wird. Sie ist das schwache Glied in einer langen Kette aus Atomen. Mit dem Durchtrennen der Bindung wechselt automatisch die Farbe. Wirkt kein Licht mehr auf die Substanz ein, so schließt sich die Bruchstelle wieder und die ursprüngliche Farbe kehrt zurück. Brillengläser, die sich im Sonnenlicht dunkel färben, sind eigentlich nichts neues. Die heutigen Gläser seien mit den Produkten aus den neunziger Jahren aber nicht vergleichbar, sagt Dirk Beckmann, Geschäftsführer von Transitions Optical Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Die selbstfärbenden Modelle können heute genauso dunkel werden wie gewöhnliche Sonnenbrillen“, sagt Beckmann. Transitions Optical hat sich auf die Herstellung selbsttönender Kunststoffgläser spezialisiert. In den Fertigungshallen des Unternehmens dringen die lichtaktiven Stoffe nur minimal in den Kunststoff ein. Doch das genügt, um zu verhindern, dass die Pigmente versehentlich abgekratzt werden. Nach diesem Prinzip werden die Gläser „nahezu aller renommierten Brillenhersteller“ in zweifarbige Chamäleons verwandelt. Die Entwickler haben vor allem die Reaktionszeiten verkürzt. Die ersten selbsttönenden Gläser von Transitions Optical benötigten fast eine Viertel Stunde, bis sie dunkel wurden. Gegenwärtig dauert der Vorgang eine halbe Minute. Klare Sicht wird in rund sechs Minuten erreicht. Anfang der neunziger Jahre verging mehr als eine halbe Stunde, bis die Brille nach einem Spaziergang in der Sonne im Büro wieder hell wurde. „Viele Kinderkrankheiten konnten wir kurieren. Selbsttönende Kunststoffgläser sind heute nicht mehr von farblosen Produkten zu unterscheiden“, gibt sich Beckmann zufrieden.

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