„Limit“
Lektüre für den Mond

Erst die Tiefsee, nun der Mond: Frank Schätzing liebt die extremen Schauplätze. In seinem neuen Roman „Limit“ hat die Menschheit ihre Energieprobleme weitgehend gelöst. Was natürlich nicht bedeutet, dass es kein Konfliktpotenzial mehr gibt.
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DÜSSELDORF. Dieses Buch sollte man auf dem Mond lesen. „Limit“ wiegt mit seinen 1 300 Seiten locker 1,5 Kilogramm. Auf Dauer werden da die Arme schwer, und man wünscht sich schnell an einen Ort, an dem nur ein Sechstel der irdischen Schwerkraft herrscht.

1 300 Seiten klingt nach viel Lesestoff. Aber „Limit“ ist jede dieser Seiten wert. Rund 300 000 Menschen hatten sich das Buch bestellt, noch bevor es Anfang Oktober in die Buchregale kam. Die meisten von ihnen werden Schätzings Durchbruchswerk „Der Schwarm“ gelesen haben. Und es drängen sich Vergleiche zwischen diesem Buch und „Limit“ auf.

Wieder entführt Schätzing den Leser in unbekannte Regionen. Diesmal ist es nicht die Tiefsee, sondern der Mond. Wieder verbindet der Autor Wissenschaft mit einer fiktionalen Geschichte. Und wieder hat man Mühe, das Buch wegen der spannenden und intelligenten Handlung aus der Hand zu legen. Einen großen Unterschied gibt es aber: Man lernt längst nicht so viel wie in „Der Schwarm“.

Das hat vor allem damit zu tun, dass „Limit“ in der Zukunft spielt. Die Geschichte spielt im Jahr 2025. Das Internet ist umfangreicher geworden und die Computer schneller, doch die Menschen haben sich nicht wesentlich verändert. Das Suchen und Finden von Informationen bestimmt ihren Alltag noch stärker als heute.

Der wesentliche Faktor in „Limit“ ist Energie. Dem Menschen ist es gelungen, das Problem der knappen Ressourcen zu lösen. Öl und Kohle sind verzichtbar geworden. Der Mensch gewinnt Energie aus Helium 3, einem Element, das im Mondstaub gebunden ist. Eine halb Milliarde Tonnen gibt es davon auf dem Mond, das Zehnfache aller irdischen Kohle-, Gas- und Ölreserven. Eingedenk der Vermutung, das Ende des 21. Jahrhunderts rund 25 Milliarden Menschen die Erde bevölkern und entsprechend viel Energie verbrauchen, reichen die Helium-3-Reserven auf dem Mond rund 700 Jahre.

Kein Wunder, dass der Mond zum Schauplatz von Kämpfen um Macht wird. Schätzing entwirft eine zweiteilige Handlung, die sich nach rund drei Vierteln des Buches geschickt verweben. Zum einen gibt es da Julian Orley, Selfmade-Milliardär und Chef des wichtigsten Konzerns der Welt. Der zweite Erzählstrang befasst sich mit Owen Jericho, einem Cyber-Dedektiv in Schanghai, der sich mit einer Gruppe Terroristen herumschlagen muss.

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