Linsen im Test
Wieder scharf sehen

Mit Nachtlinsen und Safe-Gel-Kontaktlinsen kann man die Welt wieder ohne Brille scharf sehen – mit wenigen Einschränkungen. Ein Erfahrungsbericht über den Einsatz der kleinen Sehhelfer.
  • 0

Das Aus kam innerhalb weniger Tage. Nach rund 20 Jahren ohne Beschwerden vertrugen meine Augen die weichen Kontaktlinsen nicht mehr. Kaum eingesetzt, fingen die Dinger an zu pieken. Die Augen brannten, nach spätestens zwei Stunden war Schluss. Mir blieb nichts anderes übrig, als wieder zur ungeliebten Brille zu greifen.

Neue Hoffnung keimte, als ich von einer neuen Generation weicher Kontaktlinsen las, die auch für trockene und empfindliche Augen geeignet sein sollten. Das Geheimnis der Safe-Gel-Linsen, die MPG&E aus Bordesholm vertreibt: Sie enthalten ein Reservoir an Hyaluron. Das ist ein körpereigenes Salz, das sehr große Mengen Wasser binden kann. Mit jedem Lidschlag wird eine winzige Menge des transparenten Gels abgegeben. Es unterstützt den natürlichen Tränenfilm auf der Hornhaut. Da der Vorrat begrenzt ist, müssen die Safe Gel täglich oder wöchentlich getauscht werden. 30 Tageslinsen kosten je nach Optiker zwischen 19 und 27 Euro; die Packung mit sechs Wochenlinsen zwischen 12 und 28 Euro. Meine Erfahrung nach 14 Tagen Test: Nach dem Einsetzen stellt sich ein angenehmes Frischegefühl ein, selbst am späten Abend und nach vielen Stunden vor dem Computerbildschirm sind die Augen nicht gereizt.

Mein Optiker erwähnte eine formstabile Linse, die, nachts getragen, Kurzsichtigkeit am folgenden Tag verschwinden lässt. Bei meinen Werten - fast minus 5,0 Dioptrien plus Hornhautverkrümmung - könne er einen nachhaltigen Erfolg allerdings nicht garantieren. Zudem könne es einige Tage dauern, bis das Sehvermögen stabil sei. Dennoch: Das klang nach einem kleinen Wunderwerk. Wieder ohne lästige Hilfsmittel perfekt sehen - das war einen Versuch Wert.

In einer Voruntersuchung kontrollierte der Optiker Kontrastsehen, Netzhaut, Sehnerv und Augeninnendruck. Ein sogenannter Topografie-Scan erfasst die genaue Beschaffenheit der Hornhaut-Oberfläche. Dabei werden 20 000 Messpunkte gespeichert und an den Hersteller gesendet. Er fertigt auf Basis der Daten für jedes Auge eine individuelle Linse an. Meine Ortho-Ks stammten von Techno-Lens. Der Produktname kommt von dem Orthokeratologie genannten Verfahren. Über feine Druck- und Zugkräfte flachen die speziell geformten Linsen die Hornhaut über Nacht so ab, dass die Lichtstrahlen wieder genau auf die Netzhaut treffen. Dafür genügen Korrekturen im Bruchteil von Millimetern. Lässt man die Linsen weg, stellen sich nach drei bis vier Tagen wieder die alten Werte ein.

Seite 1:

Wieder scharf sehen

Seite 2:

Kommentare zu " Linsen im Test: Wieder scharf sehen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%