Lösungen für Krankenhäuser
Mittler zwischen den IT-Welten

Neue High-Tech-Geräte in der Medizin müssen künftig reibungslos miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Weil das nicht von alleine funktioniert, hat das Future Hospital in Hamburg – das Vorzeigekrankenhaus des Klinikunternehmens Asklepios – eine bundesweit einzigartige Industrieallianz geschmiedet.

HAMBURG. Die Klinik hat mehr als zwanzig Firmen ins Boot geholt, um mit ihnen telemedizinische Anwendungen und Netzwerke der Zukunft zu entwickeln.

Während Asklepios in der Vergangenheit im Krankenhaus im Hamburger Stadtteil Barmbek vor allem mit Microsoft und Intel kooperierte, sind nun neben der Krankenkasse DAK auch Technik-Unternehmen wie Bosch, HP, T-Systems, SAP, EMC, Dräger Medical, Fujitsu Siemens Computers, und Lufthansa Systems zu Partnern geworden. Laut Tobias Kaltenbach, Hauptgeschäftsführer der Asklepios Kliniken, ist das 23 Unternehmen zählende Kooperationsnetz eine „europaweit einzigartige Koalition“. Die Firmen entwickeln in rund 100 Teilprojekten telemedizinische Lösungen zur Vernetzung von Patienten, Krankenhäusern, Ärzten und Krankenkassen.

Axel Oppermann, Analyst der Experton Group in München, hält das breite Bündnis rund um das Future Hospital für eine sinnvolle Entwicklung. „Bislang gibt es viele Hindernisse bei der Übermittlung von Informationen. Die Krankenhäuser setzen alle unterschiedliche Systeme ein – und die Ärzte ebenfalls. Wenn es einheitliche Standards für den Datenaustausch gibt, profitieren alle“, so der Berater. Die Zahl und die Breite der beteiligten Unternehmen spreche dafür, dass im Zuge der Allianz tatsächlich Lösungen entworfen werden könnten, die von einem Großteil der Industrie akzeptiert werden.

Asklepios hat die Allianzpartner über ein Jahr hinweg sorgfältig ausgesucht. „Es war ein aufwendiger Prozess, aber wir mussten sicher stellen, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und gemeinsam an Standardlösungen arbeiten“, sagt Uwe Pöttgen, Leiter Zentrale Dienste IT von Asklepios.

Das Klinikunternehmen hat die Leitlinien definiert, innerhalb derer die Partnerunternehmen ihre Innovationen einbringen. Das gemeinsame Ziel sei die Entwicklung von Lösungen für eine Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Gesundheitswesen auf Grundlage hersteller-unabhängiger Standardtechnik. „Aus Puzzlestücken soll ein Ganzes entstehen“, erläutert Michael Martinet, Projektleiter Elektronische Gesundheitskarte bei der DAK.

Technische Grundlage ist die gerade modernisierte Computer-Infrastruktur der Hamburger Kliniken des Asklepios Verbundes. Sie wurde in Kooperation mit Microsoft und Intel standardisiert und in ein zentrales IT-Management implementiert.

Durch die Standardisierung sind die Kosten pro IT-Arbeitsplatz um mehr als ein Drittel gesunken. „Durch die frei werdenden Mittel haben wir die Möglichkeit, mehr in Neuentwicklungen zu investieren“, sagt Pöttgen. Die Einheits-IT ermögliche es Asklepios, Innovationen aus der Telemedizin zu nutzen, ohne dass die Verwaltung der neuen Anwendungen zu komplex und teuer wird.

Schon heute verfügt das Future Hospital über ein Arztportal, ein Informationsnetz – an das etliche weitere Asklepiosstandorte angeschlossen sind – , vernetzte Operationssäle und eine mit dem Klinikinformationssystem Kis verzahnte, zentrale Patientendatenbank. Aus diesem Einheitsdatenpool werden die medizinischen Informationen gespeist, auf die Ärzte über Tablet-PCs am Krankenbett oder über großformatige Anzeigetafeln im Operationssaal zugreifen können.

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