Logistik Ferngesteuerte Transporter liefern nach Maß

Viele Mittelständler haben Probleme, die Produktionslogik optimal zu steuern. Mit dem Forschungsprojekt „Agilita“ will das Hannoveraner Institut für Fertigungstechnik nun Teile in der Fertigung schneller von Maschine zu Maschine bringen und damit die Produktionsabläufe reibungsloser gestalten.
  • Anna Katharina Fricke
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Herstellung von RFID-Etiketten. Wo früher Barcodes gescannt werden mussten, erfasst nun die RFID-Technik die verschiedenen Bauteile einer Produktion. Quelle: Volkmar Schulz / Keystone Presse

Herstellung von RFID-Etiketten. Wo früher Barcodes gescannt werden mussten, erfasst nun die RFID-Technik die verschiedenen Bauteile einer Produktion.

BERLIN. Der Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec hat ein Logistikproblem produziert Spanten für die Außenwände von Flugzeugen - tragende Bauteile, die in verschiedenen Größen von der Front bis zum Rumpf eingesetzt werden. In den zwölf Fertigungsschritten müssen Mitarbeiter die unterschiedlich großen Komponenten per Gabelstapler umständlich hin- und herrangieren. Auch werden die einzelnen Teile nicht genau genug erfasst. Mitarbeiter scannen Barcodes per Hand und dokumentieren so, welche Schritte ein Teil bereits durchlaufen hat.

Ob das Teil aber noch am Fertigungsstandort steht oder bereits weitertransportiert wurde, weiß niemand. "Derzeit haben wir keine lückenlose Überwachung", sagt Hilmar Apmann, Fertigungsspezialist beim Flugzeugteilehersteller.

Geringe Stückzahlen von Produkten unterschiedlicher Größe und Varianz - solche Bestellungen füllen die Auftragsbücher vieler Mittelständler des Anlagen- und Maschinenbaus. Das verlangt nach einer ausgeklügelten Logistik. Die meisten Firmen haben allerdings Probleme, die Produktionslogistik optimal zu steuern.

Abhilfe verspricht das Forschungsvorhaben "Agilita" des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) in Hannover. Ziel ist, die Abläufe in der Produktion reibungsloser zu gestalten. Das Kernstück sind ferngesteuerte Transporter, die sich je nach Größe der zu bewegenden Teile neu zusammensetzen. Dank moderner Technik erkennen die Trägermodule - anders als bei herkömmlichen Gabelstaplern - auch ohne Fahrer, wie groß die Komponenten sind und wohin sie gebracht werden sollen.

Außerdem ersetzt ein automatisiertes Überwachungssystem das Scannen per Hand. An die Stelle von Barcodes tritt die RFID-Technik für die Erfassung der Bauteile. Die eingebauten Funkchips senden Daten aus - daher weiß das System immer, wo und in welchem Zustand sich die einzelnen Produkte befinden. "Wenn diese erweiterten Anwendungen zu einem effektiven System kombiniert werden können, dann ist das ein echter Meilenstein für Mittelständler", sagt Berend Denkena, Leiter des IFW in Hannover.

Beim Institut laufen die einzelnen Fäden des Projekts zusammen. Anhand der Informationen der teilnehmenden Forschungspartner können die Wissenschaftler eine virtuelle Fabrik aufbauen. "So muss vorerst keine reale Produktion unterbrochen werden", sagt IFW-Ingenieur Mark Eikötter.

Im nächsten Schritt wollen die Entwickler das System in einem realen Umfeld erproben - bei Premium Aerotec. Dort setzt das Management große Erwartungen in das Vorhaben. "Es wird Zeit und Kosten sparen", sagt Experte Apmann. "Aufwendige Suchvorgänge werden dann der Vergangenheit angehören." Das Logistiksystem soll innerhalb der nächsten drei Jahre auf den Markt kommen.

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