Forschung + Innovation
Luchsforschung mit Satellitennavigation

Für ein Forschungsprojekt im Bayerischen Wald bekommen Luchse dort weltweit erstmals neuartige Halsbänder mit der Satellitennavigationstechnik GPS. Ein Männchen namens Milan trage das Hightech-Halsband bereits, berichtete das bayerische Umweltministerium am Donnerstag in München.

dpa NEUSCHÖNAU/MÜNCHEN. Bei dem Projekt sollen künftig sechs Luchse und zehn Rehe mit GPS-Sendern versehen werden. So soll herausgefunden werden, ob die Rehe aus ihren Revieren flüchten, wenn die Großkatzen auftauchen.

„Milan“ liefert den Forschern bereits seit eineinhalb Monaten Daten. Bis zu vier Mal täglich erhalten die Luchsexperten per SMS bis auf zehn Meter genau den Standort des Tieres mitgeteilt. Der Kater hatte sich quasi selbst gefangen: Von Frühlingsgefühlen getrieben war „Milan“ zu einem Luchs-Weibchen ins Freigehege des Bayerwald- Nationalparks gesprungen und konnte so mit dem Sender versehen werden. „Der Luchs ist ein wahrer Marathonläufer“, sagte der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU). Milan habe in sechs Wochen 260 Kilometer zurückgelegt und habe ein Gebiet von 33 000 Hektar durchlaufen.

In einer einjährigen Versuchsphase soll nun zunächst die neue Technik mit zwei Tieren getestet werden. Dazu soll in den nächsten Wochen ein zweiter Luchs mit einer Lebendfalle gefangen werden.

Bereits in den vergangenen Jahren sind in Bayern und Tschechien mehrere Luchse mit telemetrischen Halsbändern versehen worden. Von den vier im Freistaat mit Sendern ausgestatteten Luchsen sind zwei verschollen und ein weiterer von Wilderern erschossen worden, nur der Kater Don liefert noch Daten.

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