Luftfahrt
Der Traum vom kerosinfreien Fliegen

Nicht nur Autos geht der Sprit aus: Auch die Hersteller von Flugzeugen arbeiten an alternativen Antriebsformen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Nutzung der Sonnenenergie und von Wasserstoff in Brennstoffzellen, die die Energie für die Motoren liefern sollen. Erste Flugversuche waren erfolgreich.
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ZÜRICH/DÜSSELDORF. Die Luftfahrtbranche steht unter Druck. Um weiter wachsen zu können, muss sie möglichst schnell Ideen entwickeln, wie sie mit Hilfe neuer Technologien den Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoß beim Fliegen reduzieren kann. Neben Optimierungen bei den Triebwerken untersuchen die Entwickler auch alternative Energien. Im Mittelpunkt steht dabei die Nutzung der Sonnenenergie und von Wasserstoff in Brennstoffzellen.

Erste Projekte erreichen jetzt die Testphase. Am vergangenen Freitag hat der Schweizer Abenteurer und Flugpionier Bertrand Piccard auf dem Militärflugplatz Dübendorf bei Zürich sein solarbetriebenes Flugzeug "Solar Impulse" vorgestellt. Er plant den ersten Flug bereits im Herbst. Etwas weiter ist das Brennstoffzellen-Projekt "Antares" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Nächste Woche Dienstag startet vom Flughafen Hamburg aus das vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik und der Firma Lange Aviation entwickelte erste pilotengesteuerte und ausschließlich mit Brennstoffzellen angetriebene Flugzeug zu seinem offiziellen Erstflug.

Das von Piccard präsentierte Solarflugzeug, mit dem er rund um die Welt fliegen will, hat die Spannweite eines großen Airbuses, das Gewicht eines Mittelklasseautos und die Leistung eines Motorrollers. Der Pilot ist ebenso eigenwillig wie sein Fluggerät. Der 51-jährige Piccard ist eine Mischung aus Abenteurer, Flugpionier und Marketinggenie. Bereits vor zehn Jahren verblüffte er die Welt mit einer Nonstop-Ballonfahrt rund um den Globus. Jetzt will Piccard zusammen mit seinem Freund André Borschberg die Grenzen des Fliegens und der Physik noch etwas weiter treiben. Ihr leichtgewichtiger Riese "HB-SIA" ist das erste Flugzeug, das nur mit Sonnenkraft betrieben wird.

So sind es denn auch zwei Botschaften, die Piccard und Borschberg ihren rund 800 Gästen bei der Enthüllung des Sonnenvogels zurufen: "Gestern war es ein Traum, heute ist es ein Solarflugzeug, und morgen wird es ein Botschafter der erneuerbaren Energien sein." Mit anderen Worten: Nichts ist unmöglich. Und: Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien.

Was sich in Zeiten von wirtschaftlicher Depression und Finanzkrise für viele wie Science Fiction anhört, verfehlt seine Faszination auf das Publikum nicht. Als Piccard und Borschberg zu Fanfarenklängen ihren futuristischen Prototyp enthüllen, brandet in dem riesigen Zelt auf dem Militärflugplatz in der Nähe von Zürich tosender Beifall auf. Normalerweise werden neue Flugzeugtypen mit einem "Roll-out" aus dem Hangar auf das Rollfeld gezogen. Das wollten die beiden Pioniere ihrem filigranen Vogel jedoch noch nicht zumuten. Zu groß ist die Gefahr, dass Wind und Regen das zerbrechlich wirkende Fluggerät mit seinen fast 12

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