Luftfahrt
Flugzeug-Rekorder sollen online senden

Die Blackbox der über dem Südatlantik abgestürzten Air-France-Maschine ist immer noch nicht gefunden. Experten fordern daher neue Übertragungswege: Verkehrsflugzeuge sollen in Zukunft wichtige Daten per Satellit in Echtzeit übertragen. Airbus hat bereits angekündigt, die Datensicherung von Flugzeugen verbessern zu wollen.
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PARIS. In diesen Tagen gleitet das französische Atom-U-Boot "Emeraude" tief unter der Wasseroberfläche durch den Südatlantik. Seine Sonargeräte suchen ohne Unterlass den Meeresboden ab, in der Hoffnung, die verschollenen Datenrekorder der abgestürzten Air-France-Maschine AF 447 noch zu finden. Ohne die Datenrekorder dürfte es schwer werden, je genau zu wissen, warum 228 Menschen bei dem Absturz sterben mussten.

Die teure Suche nach den sogenannten "Blackboxes" wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitsausstattung von Flugzeugen. In einer Zeit, in der jeder Normalbürger per Blackberry oder iPhone stets online ist, erscheint es Fachleuten unverständlich, dass moderne Verkehrsflugzeuge wichtige Daten nur lokal in Blackboxen speichern, statt sie per Satellit in Echtzeit zu übertragen.

Airbus hat daher nach dem Absturz angekündigt, die Datensicherungen von Flugzeugen verbessern zu wollen. "Wir werden verschiedene Lösungen untersuchen", kündigte Airbus-Chef Thomas Enders an, "inklusive solcher, bei der unsere Erfahrungen mit Echtzeit-Datenübertragung bei Testflugzeugen hilfreich sein könnten."

Krishna Kavi, Ingenieur und Professor an der Uni North Texas in Denton, hat bereits vor über zehn Jahren eine Online-Blackbox für die US-Flugbehörde FAA entwickelt - doch die wollte damals davon nichts wissen. "Die Aufrüstung der Datenrekorder würde nur einige Hunderttausend Dollar kosten", sagt Kavi zum Handelsblatt.

Die Datensicherung in Flugzeugen besteht aus zwei Systemen: einem Datenrekorder, der die wichtigsten Parameter des Flugzeugs speichert, und einem Aufnahmegerät, dass die Pilotengespräche aufzeichnet. Laut Kavi sammelt der Datenrekorder 256 Parameter, und das in einigen Fällen viermal pro Sekunde. "Das heißt, dass wir es mit einer Datenmenge von zwölf Kbits zu tun haben - das ist weniger als eine E-Mail." Rein technisch sei es also kein Problem, die Daten per Satellit online zu senden.

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