Luftfahrt-Forschung
Unternehmen tüfteln am neuen Überschallflug

Im Herbst 2003 endete die Ära der legendären Concorde. Doch Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den USA, Europa und Asien arbeiten weiter am Traum vom Fliegen mit Überschallgeschwindigkeit. Selbst Hyperschall-Flugzeuge, die schneller als Mach-5 fliegen können, sind keine Utopie mehr. Die Umweltbilanz der schnellen Flieger ist allerdings verheerend.
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BERLIN. Sie war einmalig, wunderschön und konnte sich dennoch nur in einer Nische durchsetzen: Seit 1976 transportierte die Concorde gut betuchte Fluggäste mit Überschallgeschwindigkeit von Kontinent zu Kontinent. Der Absturz einer Maschine im Juli 2000 läutete ihr Ende ein. Im Herbst 2003 war endgültig Schluss für die "Königin der Lüfte", die eine Maximalgeschwindigkeit von rund 2 400 Stundenkilometern erreichte - und so mehr als doppelt so schnell war wie der Schall.

Der Traum von der Überschallgeschwindigkeit ist damit nicht begraben: Unternehmen und Forschungseinrichtungen tüfteln längst an neuen Flugzeugen, die die Schallmauer durchbrechen können. In den USA entwickelt beispielsweise das Unternehmen Aerion aus Reno (Nevada) einen zwölfsitzigen Business-Jet, der eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 1,6 (1900 Stundenkilometer) erreichen soll, also die 1,6-fache Schallgeschwindigkeit. Das futuristische Fluggerät namens "Supersonic Business Jet (SBJ)" benötigt nach Angaben seiner Entwickler keinerlei neuartige Technologie: Ein passendes Triebwerk sei ebenso vorhanden wie die benötigten Materialien.

Die ungewöhnlich geformten Flügel hätten sich bereits bei Tests der US-Raumfahrtbehörde Nasa bewährt. Selbst die Betriebskosten sollen mit den Kosten herkömmlicher Privatjets vergleichbar sein. Mitte des nächsten Jahrzehnts soll der rasende Flieger zum ersten Mal abheben - genauso wie der "Quiet Supersonic Transport (QSST)" vom Konkurrenten Supersonic Aerospace International (SAI) aus Las Vegas. QSST soll ähnliche Leistungswerte wie der SBJ erreichen und kostet voraussichtlich ungefähr das Gleiche: rund 80 Mio. Dollar pro Stück.

Überschallschnelle Flugzeuge werden wohl auch in Zukunft einer exklusiven Klientel vorbehalten bleiben, wie bereits ihr Vorbild Concorde. "Überschall-Flugzeuge sind Luxus-Vehikel", sagt Jose Maria Longo, Abteilungsleiter im Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Es gibt im Bereich der Autos ja auch Maybach und Bugatti für eine exklusive Käuferschicht."

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