Luftfahrt
Komfort an Bord soll neue Kunden locken

Studien zeigen, dass Passagieren an Bord eines Flugzeugs Bequemlichkeit sehr wichtig ist. Deshalb versuchen die Flugzeugausstatter mit bequemeren Sitzen und einem größeren Unterhaltungsangebot neue Kunden zu gewinnen. Vor allem auf der Langstrecke wird moderne Kabinenausstattung zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die Fluglinien.
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DÜSSELDORF. Der Aufenthalt ist für die 40 Insassen eine echte Qual. Es ist kalt an Bord, die Luft trocken - und der Lärm macht es unmöglich, sich zu entspannen. Acht Stunden dauert die Tortur. In dieser Zeit hätten die Passagiere eigentlich New York erreichen können - doch ihr Flugzeug hat sich keinen Meter vom Fleck bewegt. Die Langstreckenreise war nur eine Simulation in Deutschlands erstem Flugzeuglabor.

In Holzkirchen bei München testet das Fraunhofer-Institut in einem Original-Airbus inklusive Rumpf und Cockpit, wie Passagiere auf Umwelteinflüsse beim Fliegen reagieren. Die Ergebnisse sollen helfen, den Komfort an Bord zu verbessern. "Wir können alle klimatischen Bedingungen herstellen, die auch mehrere Tausend Meter in der Luft herrschen", sagt Gunnar Grün, der die Versuchseinrichtung leitet. Grün will aber nicht nur herausfinden, welche Temperatur an Bord optimal ist oder wie hoch die Luftfeuchtigkeit sein muss. "Viele Kabinenausstatter lassen von überprüfen, ob neue Produkte sich auch im Dauereinsatz während eines Langstreckenfluges bewähren."

Weil Komfort beim Fliegen für die Passagiere immer wichtiger wird, versuchen die Flugzeugaustatter mit bequemeren Sitzen und einem größeren Unterhaltungsangebot neue Kunden zu gewinnen. Eine im Mai veröffentlichte Umfrage der Marktforschungsagentur United Minds ergab, dass vor allem deutschen Reisenden Bequemlichkeit an Bord sehr wichtig ist. "Immer mehr Luxusausstattung, die früher nur in der First- oder Business-Class zu finden war, kommt jetzt auch in der Economy-Klasse zum Einsatz", sagt Bernhard Schöning, Leiter des Bereichs Cabin Interior bei Lufthansa Technik.

Um Neuerungen in der Kabinenausstattung voranzutreiben, hat das Unternehmen vor wenigen Monaten ein eigenes Cabin Innovation Center gegründet. Hier tüfteln derzeit 65 Mitarbeiter an der Flugzeugausrüstung von morgen. Neue Unterhaltungsangebote sind der wichtigste Wachstumszweig: "80 Prozent unserer Entwicklungen liegen im Entertainmentbereich", sagt Andrew Muirhead, Innovationschef bei Lufthansa Technik.

Niceview heißt seine jüngste Erfindung. Damit können Passagiere den Flug am Display aus Sicht des Piloten auf einer hochauflösenden 3D-Karte verfolgen. Neben solchen Zusatzfunktionen setzen die Flugzeugausstatter vor allem auf ein größeres Angebot von Musik und Filmen. "Wer es von zuhause gewohnt ist, sich sein Unterhaltungsprogramm selbst zusammenzustellen, will im Flugzeug nicht darauf verzichten", sagt Muirhead.

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