Luftfahrtindustrie
Software soll Flugzeuge effizienter machen

Sparsamere Antriebe und alternative Kraftstoffe sind ein Schwerpunkt der heute beginnenden Luftfahrtmesse ILA. Die Branche setzt verstärkt auf effizientere Techniken - und das nicht nur aus ökologischen Gründen.
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KölnWenn die Regionalflieger von Augsburg Airways abheben, hilft eine neue Software bei der Routenplanung. Ein zusätzlicher Laptop an Bord ermittelt den günstigsten Kurs. „Das Programm kann jederzeit Geschwindigkeit und Höhe optimieren, um so wirtschaftlich wie möglich zu fliegen“, sagt Oliver Kranz, Managing Partner des Herstellers Pace. Der optimale Verbrauch wird beim Tempo „Econ Speed“ erreicht. Bummelflug ist erlaubt, solange der Flieger pünktlich ankommt.

Augsburg Airways ist Partner von Lufthansa Cityline, das an der Entwicklung der Software beteiligt war. „Gerade bei Kurzstrecken wurde Effizienz früher vernachlässigt“, meint Kranz. Die Kraftstoffeinsparung betrage vier Prozent. „Das ist schon signifikant.“

Design, Turbinentechnik - und nun auch Software, die selbstständig bremst: Die Luftfahrtbranche nutzt jeden Hebel, um den Kerosinverbrauch zu drücken. Denn auf Treibstoff entfällt mindestens ein Drittel aller Kosten, die eine Fluggesellschaft stemmen muss. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft gibt die Richtung vor: „Es ist im ureigenen Interesse, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnvoll zu handeln.“

Weniger Treibstoffverbrauch sei der richtige „ökonomische Hebel“, bestätigt der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Route, auf die sich die Industrie verständigt hat, ist anspruchsvoll. Der Rat für Luft- und Raumfahrtforschung in Europa will bis 2020 erreichen, dass Flugzeuge 50 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen sowie 50 Prozent weniger Kohlendioxid und 80 Prozent weniger Stickoxide ausstoßen. Gleichzeitig soll der subjektiv empfundene Lärm um die Hälfte reduziert werden.

Im laufenden Flugbetrieb sehen Experten vor allem bei Starts und Landungen Verbesserungspotenzial. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit Air Berlin steilere Anflüge getestet. Diese erfolgen dank satellitengestützter Anflugsysteme äußerst präzise - die Lärmbelastung für Anwohner sinkt deutlich. „Lärm ist ein Thema, bei dem sich vieles bündelt“, sagt DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner.

Auch der Hersteller Airbus ist aktiv: In dem jetzt präsentierten Konzeptpapier „Klügere Himmel“ werden unter anderem Anflüge und Landungen im Gleitflug in Aussicht gestellt, um Kerosin einzusparen und Lärm zu mindern.

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