Luftverkehr
Die gefährliche Schleppe der Jets

Flugzeuge mit Triebwerken ziehen Wirbelschleppen hinter sich her – und gefährden so andere Flugzeuge. Forscher wollen die Luftverwirbelungen berechnen. Als Eregbnis könnte der Verkehr am Himmel noch dichter werden.
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BraunschweigViele Flugpassagiere haben bei Starts und Landungen Angst, dass irgendetwas schiefgehen könnte. Doch was passiert eigentlich hinter einem startenden oder landenden Flugzeug? Es ist eine Menge - und bei Piloten und Fachleuten gefürchtet: Jedes Flugzeug hinterlässt turbulente Luftverwirbelungen, sogenannte Wirbelschleppen. Die einzige Lösung, um nachfolgende Flugzeuge zu schützen, sind große Sicherheitsabstände. Experten wollen das nun ändern - mit einem neuen Warnsystem.

Denn die Wirbelschleppen sind zwar unerwünscht, physikalisch aber unvermeidlich. Und sie sind gefährlich, wenn ein nachfolgendes Flugzeug in eine solche Luftverwirbelung gerät. „Solche Vorfälle sind häufig, aber es gibt relativ wenig Unglücke“, betont Professor Stefan Levedag, der das Institut für Flugsystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig leitet und mit seinem Team an dem Warnsystem tüftelt.

Der Grund dafür, dass so wenig passiert, sind die Sicherheitsabstände zwischen startenden und landenden Flugzeugen. Diese Abstände sind nach Flugzeuggröße gestaffelt. Landet beispielsweise ein kleineres Flugzeug hinter einem Jumbojet, muss es einen Abstand von bis zu 15 Kilometern einhalten. Dennoch gibt es Unfälle. Der schwerste: Im November 2001 stürzt kurz nach dem Start in New York ein Airbus ab, der in eine Wirbelschleppe geraten ist und - auch als Folge einer Vorschädigung - sein Seitenleitwerk verliert. 260 Menschen sterben.

Wirbelschleppen entstehen durch die Luft, die an den Tragflächen entlangströmt. Ihre Größe und Intensität hängen von Spannweite der Tragflächen, von der Geschwindigkeit und vom Gewicht des Flugzeugs ab. „Wenn ein Flugzeug beispielsweise langsamer fliegt, wird die Wirbelschleppe stärker“, erklärt Levedag. Also sind die Gefahren beim Landeanflug oder beim Start am größten. Eine Wirbelschleppe hält sich bis zu einigen Minuten, kann je nach Windrichtung auch seitlich abdriften, sinkt dann ab und zerfällt schließlich.

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Vermessung per Lasersensoren

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  • Der DLR hat doch längst einen Wirbelschleppenbrecher für die Landebahn getestet, der funktionieren soll. Was soll dann jetzt dieser Aufguss? Großes Triebwerk = großer Wirbel, wenn das Triebwerk den Wirbel hinter sich nicht gleich selbst auflösen kann. Ein einmotoriges Propellerflugzeug tut genau das, nämlich den Wirbel gleich wieder auflösen...

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