Luftverkehr Flugsicherung warnt vor Drohnen-Gefahren

Drohnen sind für den Flugverkehr eine Gefahr. Das auf einigen Geräten der Halter vermerkt sein muss, reicht der Deutschen Flugsicherung nicht. Sie fordert neben einem zentralen Register auch die Möglichkeit der Ortung.
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Die kleinen Flieger für jedermann gefährden zunehmend den Flugverkehr. Quelle: dpa
Drohnen

Die kleinen Flieger für jedermann gefährden zunehmend den Flugverkehr.

(Foto: dpa)

LangenDie Deutsche Flugsicherung (DFS) warnt angesichts der steigenden Zahl von Drohnen vor Gefahren für den Luftverkehr in Deutschland. Im laufenden Jahr sei ein neuer Rekord bei der Behinderungen von Flugzeugen und Hubschraubern durch unbemannte Flugobjekte zu erwarten, sagte DFS-Geschäftsführer Michael Hann am Mittwoch in Langen bei Frankfurt. Schon 2016 habe es 64 gefährliche Annäherungen von Drohnen vor allem in Flughafennähe gegeben – fast fünf Mal so viele wie im Vorjahr (14).

Allein in diesem Jahr rechne die Flugsicherung mit 600.000 hierzulande verkauften Drohnen an Hobbypiloten, Modellflieger und Unternehmen. Hann forderte daher schärfere Gesetze. Nötig sei ein zentrales Register für Drohnen. „Wenn Hunderte Drohnen in der Luft sind, müssen wir wissen, wem sie gehören.“ Zudem müsse die DFS Drohnen orten können – um Passagierflugzeuge zu schützen, aber auch um mögliche Terroranschläge aus der Luft zu vermeiden.

Auch die Drohne braucht bald ein Kennzeichen
Neue Regeln für den Umgang mit Drohnen
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Wo darf ich eigentlich meinen Multicopter in die Luft steigen lassen? Was ist die maximale Flughöhe? Und darf ich auch mit einer aufgesetzten Videobrille steuern? – Seit Anfang April gelten für die private Nutzung von unbemannten Fluggeräten neue Regeln. Worauf Sie jetzt achten müssen, zeigt der folgende Überblick.

Erlaubnisfreiheit
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Fluggeräte bis fünf Kilogramm Gewicht dürfen grundsätzlich ohne Erlaubnis aufsteigen. Für den Flug schwererer Geräte oder für den Nachtflug ist laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV) eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörden nötig.

Flughöhe
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100 Meter über dem Grund sind grundsätzlich die Grenze, heißt es beim BMV. Darüber hinaus ist eine Erlaubnis fällig. Ausnahmen gelten allerdings für Gelände, für die bereits eine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und auf denen eine Aufsichtsperson bestellt worden ist. Wird dort statt eines Multicopters zum Beispiel ein Modellflugzeug geflogen, ist für Flüge oberhalb von 100 Metern allerdings ein Kenntnisnachweis nötig.

Flugverbotszonen
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Verboten sind laut BMV Flüge über Einsatzorten von Polizei und Feuerwehr, über Krankenhäuser, Menschenmengen, Gefängnisse, Militärgelände, Industrieanlagen, einige Bundes- und Landesbehörden sowie Naturschutzgebiete. Auch rund um Flughäfen gilt ein Flugverbot. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) nennt einen Abstand von 1,5 Kilometer vom Flughafenzaun, die tatsächliche Kontrollzone kann aber größer sein. Genaue Karten gibt es auf der DFS-Webseite.

Regeln für Wohngebiete
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Drohnen von mehr als 250 Gramm Gewicht dürfen hier nicht mehr aufsteigen. Kann das Fluggerät filmen oder Töne aufnehmen, darf es in Wohngebieten gar nicht fliegen. Eine Ausnahme gilt, wenn die Grundstückseigentümer oder Mieter von überflogenem Gebiet ausdrücklich zustimmen.

Sichtweite
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Generell sind Flüge mit Geräten bis fünf Kilogramm nur in Sichtweite des Piloten erlaubt. Flüge mithilfe einer Videobrille sind allerdings dann erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 250 Gramm ist. Oder wenn eine andere Person es ständig in Sichtweite hat und den Steuernden auf Gefahren aufmerksam machen kann. Auch diese Hilfe einer zweiten Person gilt dann als Betrieb in Sichtweite.

Die folgenden Regeln gelten vom kommenden Oktober an.

Kennzeichen
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Alle Multicopter und Flugmodelle ab 250 Gramm brauchen vom Oktober an eine Plakette mit Namen und Anschrift des Eigentümers. Das kann eine Metallplakette oder ein Aluminiumaufkleber sein. Das Kennzeichen muss dauerhaft mit dem Gerät verbunden und feuerfest sein. Der Grund: Im Schadensfall lässt sich so der Halter ermitteln.

Mit der im April verabschiedeten Drohnenverordnung müssen auf bestimmten Drohnen Name und Anschrift des Halters auf einer feuerfesten Plakette vermerkt sein. Pilotenvertreter und DFS fordern aber ein zentrales Register und die Ortung von Drohnen per Chip, auch um Haftungsfragen bei Schäden zu klären.

Nobert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zeigte sich offen für strengere Regeln. Die geltenden Herkunftsangaben auf Drohnen ließen sich manipulieren. Zudem schreite die technologische Entwicklung voran, auch im Hinblick auf die Gefahr von Terroranschlägen.

  • dpa
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