Made in Germany
Die Überflieger

Die Berliner Luftfahrttechniker Holger Schulz und René Dörries machen mit ihrer Firma Airsight Flughäfen sicherer. Ihre Software fahndet nach Risiken rund um Airports. Mittlerweile ist das 15-Mitarbeiter-Unternehmen eine feste Größe für Flughäfen und Behörden, wenn es um die Flugsicherung, Flughafenplanung und Risikobewertung geht.
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Manch ein Chefplaner schaute anfangs etwas verblüfft, als die beiden jungen Chefs der Berliner Firma Airsight mit ihrer neuartigen Software und ihrem Spezialwissen bei den ersten Gesprächen wie alte Hasen auftraten. Ihr Job: Flughäfen sicherer zu machen. Gut zehn Jahre ist das mittlerweile her. Holger Schulz und René Dörries holen sich dieses Bild noch manchmal vor Augen und staunen ein wenig, dass ihnen bei diesem hochsensiblen Thema, auf das sich ihre Firma festgelegt hat, fast vom Start weg so großes Vertrauen entgegengebracht wurde.

Mittlerweile ist das 15-Mitarbeiter-Unternehmen eine feste Größe für Flughäfen und Behörden, wenn es um die Flugsicherung, Flughafenplanung und Risikobewertung geht. Auf der Kundenliste stehen unter anderem die Airports in Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt am Main oder Köln/Bonn. Das Team kommt meist dann ins Spiel, wenn mehr Flüge mit größeren Maschinen bei maximaler Sicherheit mit der vorhandenen Infrastruktur zu bewältigen sind. Die Risiken erschließen sich tückischerweise nicht auf Anhieb. "Vor allem Objekte in der Umgebung wie Häuser, Bäume oder Autobahnen können gefährlich werden", erläutert Schulz, warum Safety-Management immer wichtiger wird. Ein Thema, das die beiden promovierten Luft- und Raumfahrttechniker bereits in ihrem Studium beschäftigte.

Dörries hat während seiner Ausbildung an der TU Berlin eine Software geschrieben, die auf Basis der vielfältigen Vorschriften Hindernisse und Gefahren erkennt. Es müssen vorher nur aus Lage- und Stadtplänen die geografischen Informationen erfasst werden. Diese werden automatisch aus digitalen Unterlagen extrahiert und in die "obscalc" genannte Software eingelesen. Diese arbeitet mit einfachen Excel-Tabellen. Die Systemanforderungen, die das Programm stellt, sind extrem gering: Ein einfacher Rechner mit einem auch älteren Windows-Betriebssystem reichen aus.

"Manuelle Erhebungen und Routineberechnungen sind sehr zeitaufwendig und fehlerträchtig. Außerdem halten sie die Planer von ihrem eigentlichen Job ab", erklärt der 37-Jährige.

Die Ergebnisse werden übersichtlich in Excel-Tabellen ausgespuckt. Quasi als Training on the Job haben die Berliner die Spezialsoftware vor Jahren bei einem Projekt mit und für Fraport in Frankfurt weiterentwickelt. Dort werden die Dienste der Berliner immer noch gern nachgefragt: "Wir arbeiten schon lange eng mit Airsight zusammen und haben bei verschiedenen Aufträgen stets gute Erfahrungen gemacht", berichtet Fraport-Sprecher Klaus Busch. Die umfassende Sach- und Fachkenntnis mache das Team zu guten und klugen Beratern, ergänzt er.

Tatsächlich ist die Beratung mittlerweile der Hauptumsatzbringer, neben Lehrgängen und dem Vertrieb weiterer Softwareprogramme, beispielsweise für das Sicherheitsmanagement an Flughäfen. Letztere leisten freilich dem Team aus Ingenieuren, Informatikern, Luftfahrtspezialisten, Juristen und Statistikern selbst gute Dienste.

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