Mähroboter und Bewässerungsanlage über Internet gesteuert
Elektronik pflegt den Garten

Der Besitzer eines Gartens muss sich um das Wässern und Mähen des Rasen nicht mehr selbst kümmern. Fraunhofer-Forscher in Duisburg haben eine Steuerungsplattform entwickelt, über die ein Mähroboter und die Bewässungsanlage per Mobiltelefon in Gang gesetzt werden können.

DÜSSELDORF. Besitzer von Parkanlagen wird diese Nachricht freuen. Sensoren und Steuerungselektronik dienen nicht nur zur Automatisierung der Haustechnik, mit ihnen lassen sich auch Bewässerungs- und Beleuchtungsanlage im Garten regeln. Selbst das Rasenmähen kann automatisiert werden, wie Forscher des Fraunhofer-Insituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) in Duisburg zeigen. Sie haben zusammen mit Gartenbau- Unternehmen und Anbietern von Gartentechnik einen automatisierten Garten geplant und errichtet, der nun der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Marktreife Produkte systemfähig gemacht

Von außen sieht man es dem Garten an der Lotharstraße 55 a/b in Duisburg nicht an, dass viele Funktionen elektronisch gesteuert werden: Sensoren im Boden messen die Feuchtigkeit und setzen die Beregnungsanlage automatisch in Gang, wenn es zu trocken wird. Die Beleuchtung der Wege wird über optische Messfühler und Bewegungsmelder geregelt. Die installierten Techniken sind nicht neu, neu ist, dass sie datentechnisch über eine Plattform verknüpft sind und auch per Mobiltelefon über das Internet gesteuert werden können.

„Wer verschiedene Automatisierungstechniken in seinem Garten oder Haus installiert hat, kann diese bislang nur separat steuern“, sagt IMS-Forscher Klaus Scherer. Die Duisburger haben daher ein Automatisierungskonzept entwickelt, mit dem künftig alle Anbieter ihre Geräte systemfähig machen können. „Wir wollen erreichen, dass künftig alle Geräte über eine Oberfläche bedient werden können“, erläutert Scherer das Konzept des Inhaus-Projekts, das im April 2001 gestartet ist. Nachdem zunächst Funktionen im Wohnhaus vernetzt wurden, kommt nun die Technik für den Garten hinzu.

Die Duisburger nutzen dazu eine offene Telekommunikationsplattform, die von der Deutschen Telekom entwickelt worden ist. Sie dient als Daten- und Informationsdrehscheibe und leitet die Befehle des Nutzers via ISDN oder DSL an das Haus beziehungsweise an die Geräte weiter und meldet Daten aus dem Haus zurück. Der externe Zugriff des Bewohners oder eines von ihm beauftragten Dienstleisters auf die Wohnung und den Garten erfolgt entweder per Internet, mobilem Webzugang über WAP oder über ein Sprachinterface, das jederzeit von jedem beliebigen Ort aus per Telefon oder Handy zugänglich ist. „Da es sich bei dieser Lösung um eine offene Plattform handelt, können auch später noch Geräte, die entsprechend programmiert worden sind, integriert werden können“, sagt Scherer.

Exakte Planung notwendig

Doch nicht nur die datentechnische Vernetzung des „Smart-Garden“ – wie die Duisburger ihr neues Projekt nennen – ist eine Herausforderung. „Ein Garten voll mit automatisierter Technik muss ganz genau geplant werden“, sagt Peter Jakimowic, Landschaftsarchitek bei der Firma Thyssen-Krupp Garten- und Landschaftsbau. Das Duisburger Unternehmen hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Projektpartnern die Gestaltung des rund 1 400 Quadratmeter großen Parks bis ins Detail am Computer geplant. Denn die Rohre für die Bewässerung und die Sensoren sowie die Leitungen für die Gartenlampen und die Videoüberwachung mussten im Boden verlegt werden, bevor die Gärtner mit der Anlage der Rasenfläche, Wege und Beete beginnen konnten. „Änderungen sind hier später nur mit großem Aufwand möglich“, warnt der Landschaftsarchitekt.

Da haben es die Elektriker bei der Installation der Überwachungstechnik schon leichter. Videokameras und Bewegungsmelder können ihre Signale und Daten auch per Funk an die Computeranlage übermitteln und später jederzeit an einem anderen Ort positioniert werden. Auch der Mähroboter, der den Rasen kappt, wenn die Sensoren signalisieren, dass die Halme zu lang geworden sind, soll künftig seine Steuerdaten über Funk beziehen. Da der Mähroboter aus den USA importiert wird, muss vorher jedoch die Steuerungssoftware an die Telehome- Plattform angepasst werden.

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