Forschung + Innovation
Mäuse erkennen Immunsystem von Artgenossen am Geruch

Mäuse erkennen das Immunsystem ihrer Artgenossen am Geruch und wählen möglicherweise auf diesem Weg einen passenden Partner. Das zeigt eine im US-Fachjournal „Science“ (Bd. 306, S.

dpa STUTTGART/WASHINGTON. Mäuse erkennen das Immunsystem ihrer Artgenossen am Geruch und wählen möglicherweise auf diesem Weg einen passenden Partner. Das zeigt eine im US-Fachjournal „Science“ (Bd. 306, S. 1 033) veröffentlichte internationale Untersuchung, an der Stuttgarter und Freiburger Wissenschaftler beteiligt waren.

Sie fanden neue Hinweise, wie Mäuse chemische Botschaften im Urin und anderen Körperflüssigkeiten entschlüsseln. Ähnliche Vorgänge vermuten die Wissenschaftler hinter dem gegenseitigen Beschnüffeln von Hunden.

Die Forschergruppe fand heraus, dass kurze Eiweißmoleküle (Peptide), die eigentlich vom Immunsystem für die Bewertung des Gesundheitszustands von Zellen genutzt werden, von einem Organ in der Nase wahrgenommen werden. Das so genannte Vomeronasalorgan befindet sich bei Mäusen in der Nasenscheidewand und vermittelt Informationen über Geschlecht, sozialen Status und die Individualität anderer Mäuse. Die neue Studie zeigt, dass die Tiere ihre Artgenossen auch über genetische Merkmale unterscheiden.

Auf den Menschen sind die Erkenntnisse nach Ansicht der Wissenschaftler nicht ohne weiteres zu übertragen. Zwar hätten auch Menschen ein solches Vomeronasalorgan. Es habe jedoch seine Arbeit im Laufe der Evolution weitgehend eingestellt. Dennoch könnten Moleküle aus dem menschlichen Immunsystems in Körperflüssigkeiten wie beispielsweise im Speichel enthalten sein. Dies wollen die Wissenschaftler künftig erforschen.

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