Markt für Nanoanwendungen in der Medizin wächst deutlich
Winzige Teilchen und glatte Oberflächen helfen heilen

Die Nanotechnologie ist längst keine Zwergenbranche mehr – nach einer Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan könnte mit nanotechnischen Verfahren allein in der Medizinbranche im Jahr 2015 ein Umsatzvolumen von bis zu 180 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden. Schon jetzt forschen und entwickeln weltweit über 500 Unternehmen auf dem Gebiet.

Wichtige Anwendungsgebiete sehen die Marktbeobachter etwa bei der molekularen Markierung für die medizinische Forschung, der Nanoverkapselung von Wirkstoffen und Diagnostika und der Biomodifikation von Werkstoffen für die Medizin. „Nanoteilchen weisen einen hohen Oberflächenanteil auf und sind deshalb chemisch hoch reaktiv“, erklärt Hans-Jürgen Schäfer, Leiter des Kompetenzbereichs Nanotechnik beim VDI, die Vorteile der neuen Verfahren. Durch die Programmierung von Eigenschaften eröffneten sich völlig neue Möglichkeiten für Beschichtungen.

So lassen sich mit Hilfe eines von der Nürnberger Firma Biogate zur Produktionsreife gebrachten Verfahrens dauerhaft antiseptisch wirkende Überzüge herstellen. Das Unternehmen nutzt den Umstand, dass kleinste Mengen Silber Mikroorganismen abtöten und das Wachstum neuer Keimbeläge verhindern. Mit dem von Medizinern der Universität Erlangen-Nürnberg und Forschern vom Fraunhofer-Institut für Fabrikation und fortgeschrittene Materialien (Ifam) in Bremen entwickelten Prozess können antibakteriell wirkende Beschichtungen für Katheter, Geräteteile und spezielle Wundtextilien hergestellt werden.

Das Unternehmen produziert Silberpartikel in Größen bis hinunter zu fünf Nanometer Durchmesser, was rund einem tausendstel der Dicke eines menschlichen Haares entspricht. Dazu wird das Metall zunächst im Vakuum verdampft. Dann wird das Silber auf einem fließenden Flüssigkeitsfilm abgeschieden. So werden Nanoteilchen in hochreiner Qualität erzeugt. Die porösen Silberteilchen können fein verteilt in Polymere eingearbeitet oder als Nanoüberzug auf medizinische Instrumente aufgebracht werden. Geeignet ist die Technik auch für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie. Als eines der ersten Produkte hat die Nürnberger Firma einen Nanokleber entwickelt. Damit lassen sich Gerätekomponenten verbinden, ohne Keimen einen Angriffspunkt zu liefern. Erprobt wird auch ein antiseptischer Wandanstrich.

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