Marsflug-Simulation
Der Mauna Loa wird zum Mars-Raumschiff

Das Experiment erinnert an Big Brother: Sechs Menschen leben acht Monate lang isoliert von der Außenwelt auf engem Raum zusammen. Doch der Versuch auf einem Vulkan auf Hawaii soll nicht das Fernsehpublikum unterhalten.
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WashingtonDas Raumschiff zum Mars steht für drei Männer und drei Frauen derzeit in Hawaii: Seit Mitte Oktober leben sie in einer weißen Kuppel auf dem Vulkan Mauna Loa. Die karge steinige Landschaft in 2.400 Metern Höhe erinnert an die Oberfläche des Mars. Und auch der streng reglementierte Alltag im Innern des „Raumschiffs“ soll die sechs glauben lassen, sie seien bereits auf dem Roten Planeten gelandet.

Zu Essen gibt es Astronautennahrung, die Duschzeit ist auf acht Minuten pro Woche begrenzt und die Zimmer sind winzig. Viermal pro Woche darf die Besatzung die Kuppel für wissenschaftliche Experimente für je zwei Stunden verlassen – im Raumanzug.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant eine erste Mars-Expedition in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts. Doch bis dahin sind noch viele Probleme zu lösen.

Die psychologischen Auswirkungen auf die Crew und die hohe Strahlenbelastung seien die beiden kritischsten Risiken einer Marsmission, sagt die Wissenschaftlerin Kim Binsted, die das Experiment mit dem Namen HI-SEAS verantwortet. „Bislang verstehen wir noch nicht ganz, welche psychologischen Risiken es gibt und wie wir sie vermeiden können“, sagt Binsted.

Die große Gefahr ist, dass die Teilnehmer einer Marsmission in der langen Zeit der Isolation depressiv werden und als Team nicht mehr funktionieren. Allein die Hinreise zu dem Planeten könnte bis zu acht Monaten dauern. Je größer die Entfernung zur Erde wird, desto schwieriger wird es für die Astronauten, Verbindung mit ihren Familien zu halten: Bis zu 20 Minuten dauert es dann, bis die Botschaft aus dem All ankommt. Auch mit dieser Verzögerung haben die Probanden in der Kuppel zu kämpfen.

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