Marsmission „InSight“-Lander der Nasa zum Mars gestartet

Erstmals ist von Kalifornien aus ein Weltall-Lander auf die Reise zu einem anderen Planeten gestartet. „InSight“ soll im November auf dem Mars landen.
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Von der Vandenberg Air Force Base startet der Nasa-Lander „InSight“. Quelle: dpa
„InSight“-Lander der Nasa zum Mars gestartet

Von der Vandenberg Air Force Base startet der Nasa-Lander „InSight“.

(Foto: dpa)

VandenbergEin neuer Lander der US-Raumfahrtbehörde Nasa ist auf dem Weg zum Mars. Der erfolgreiche Start von „InSight“ an Bord einer „Atlas“-Rakete von der Vandenberg Air Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien wurde am Samstag live von der Nasa übertragen. Ende November soll „InSight“ auf dem Mars landen.

Die rund 650 Millionen Euro teure Mission, die erste von der Westküste der USA aus zu einem anderen Planeten, ist auf zwei Jahre angelegt. Wegen eines undichten Forschungsinstruments hatte der Start schon einmal um zwei Jahre verschoben werden müssen.

„InSight“ (Abkürzung für „Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport“) soll unter anderem den Wärmefluss des Planeten untersuchen und Erdbeben messen. Die Nasa-Forscher versprechen sich von der Mission, an der auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt ist, nicht nur neue Erkenntnisse über den Mars, sondern auch über die Entstehung der Erde.

So soll Insight dem Mars Geheimnisse entlocken
Raumsonde Insight vor dem Start
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Sechs Jahre nach der letzten erfolgreichen Mission steht der nächste Mars-Lander in den Startlöchern. Am Wochenende soll es losgehen – und wenn alles nach Plan verläuft, wird die Raumsonde Insight ihr Ziel am 26. November erreichen.

Raumsonde Insight
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Vor Ort soll das Roboter-Gefährt dann seine Fühler ausfahren. Denn die US-Raumfahrtbehörde Nasa will den Roten Planeten auf Herz und Nieren prüfen.

Insight-Startrampe auf der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien
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Zum ersten Mal wird eine Nasa-Mission dieser Art nicht von Cape Canaveral in Florida aus starten, sondern von der Vandenberg Luftwaffenbasis in Kalifornien – voraussichtlich am Samstag am frühen Morgen um 4.05 Uhr Ortszeit (13.05 Uhr deutscher Zeit).

Blick unter die Oberfläche
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Im Mittelpunkt der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission steht die geologische Erforschung des Roten Planeten - Insight ist die Abkürzung für „Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport“. Damit unterscheidet sich das Projekt klar von allen bisherigen, bei denen stets nur die Oberfläche sowie oberflächennahe Schichten unter die Lupe genommen wurden.

Bruce Banerdt stellt den Lander vor
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Die Instrumente an Bord ermöglichten es, „tief ins Innere des Planeten zu schauen“, sagte der Nasa-Wissenschaftler Bruce Banerdt bei einer Präsentation. Neben Temperaturen sollen dabei erstmals auch Erschütterungen – also Marsbeben – gemessen werden. Dies könnte Hinweise darauf liefern, wie nicht nur der Mars, sondern auch andere Gesteinsplaneten wie die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden sind.

Planet Mars
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Der Mars ist kleiner und geologisch weniger aktiv als die Erde, wo Plattentektonik und andere Prozesse seit ihrer Entstehung sehr viel verändert haben. Entsprechend seien auf dem Mars noch die „Fingerabdrücke“ eines sehr frühen Entwicklungszustandes zu finden, so Banerdt. Und genau diese will die Nasa gemeinsam mit europäischen Partnern beobachten und analysieren. (Foto: DLR)

HP3-Experiment
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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) steuert das Experiment HP3 bei: Eine 40 Zentimeter lange Rammsonde – von den Wissenschaftlern ‚Maulwurf’ (engl. mole) genannt – wird mit einem elektrisch angetriebenen Hammerschlag-Mechanismus über mehrere Wochen bis zu fünf Meter tief in den Marsboden getrieben. So soll unter anderem erkundet werden, wie viel Wärmeenergie aus dem Mars-Inneren an die Oberfläche gelangt. (Foto: DLR)

Anders als beispielsweise der Rover „Curiosity“ kann „InSight“ nicht rollen, sondern bleibt stationär an einem Ort und soll mit wissenschaftlichen Instrumenten die Vitalfunktionen des Planeten vermessen. Eines der zentralen Vorhaben ist die Messung der Temperatur, also des Wärmeflusses. Dafür hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Messgerät entwickelt, das bis zu fünf Meter unter die Oberfläche des Planeten vordringen kann. Außerdem sollen Marsbeben vermessen werden.

Die kleine Rammsonde der DLR soll sich automatisch fünf Meter tief in den Marsboden hämmern und in unterschiedlichen Tiefen die Temperatur und die Wärmeleitfähigkeit messen. „Die InSight Mission erfüllt einen lang gehegten Wunsch der Planetenforscher: ein geophysikalisches Observatorium auf einem erdähnlichen Planeten“, erklärte Tilman Spohn von der DLR in einer Mitteilung. „Der Mars ist als Ziel ideal: er ist gut zu erreichen und ein ideales Vergleichsobjekt zur Erde.“

Der Lander befindet sich an Bord einer „Atlas“-Rakete. Die leuchtende Spur über Los Angeles war in der ganzen Stadt sichtbar. Quelle: dpa
Leuchtspur

Der Lander befindet sich an Bord einer „Atlas“-Rakete. Die leuchtende Spur über Los Angeles war in der ganzen Stadt sichtbar.

(Foto: dpa)
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