Marssonde Schiaparelli Hängepartie am Roten Planeten

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2020 soll ein europäischer Rover zum Mars fliegen
Vom Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt aus wird die ExoMars-Mission gesteuert. Quelle: dpa
ExoMars-Kontrollzentrum

Vom Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt aus wird die ExoMars-Mission gesteuert.

(Foto: dpa)

Auf dem Mars landen: Was so schlicht klingt, ist ein schwieriges Unterfangen. Dutzende Sonden haben in den vergangenen 50 Jahren eine solche Landung versucht. Manche flogen vorbei, andere zerschellten auf der Oberfläche. Erfolgreich waren nur acht US-Module und ein sowjetisches Messgerät, das aber schnell den Betrieb einstellte.

Europa versuchte es 2003 mit Beagle 2, doch die Sonde sendete nie Daten zur Erde. Die Faszination für den rötlich schimmernden Planeten ist bei Laien und Experten dennoch ungebrochen. „Aber bis Raumfahrer den Sonden folgen, wird noch viel Zeit vergehen. Eine bemannte Mission ist teuer und gefährlich“, sagt der russische Wissenschaftler Igor Mitrofanow.

Höllenritt zum Mars
Schiaparelli beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre
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Schiaparelli, dem kleinen Landegerät der europäisch-russischen Mission ExoMars, steht ein wahrer Höllenritt bevor: Mit 21.000 Stundenkilometern wird der Lander am Mittwoch in die Mars-Atmosphäre eintauchen.

Schiaparelli am Bremsfallschirm
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Verläuft alles wie geplant, wird der Lander innerhalb von knapp sechs Minuten von 21.000 auf rund zehn Kilometer in der Stunde abgebremst, um schließlich... (Foto: Esa)

Schiaparelli mit gezündeten Bremstriebwerken
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...sanft auf der Marsoberfläche aufzusetzen.

Schiaparelli auf der Marsoberfläche
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Auf dem Mars soll Schiaparelli dann mehrere Tage lang Daten sammeln, bis seine Energievorräte aufgebraucht sind. Vor allem gilt die Mission aber als Generalprobe für zukünftige Missionen zum Roten Planeten.

Mars-Ebene Meridiani Planum
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Landen wird Schiaparelli in der Ebene Meridiani Planum. Eine Region, die vor allem eines ist: großflächig flach, ohne Hindernisse, denn der Lander könnte diesen bei seinem Fall auf die Marsoberfläche nicht ausweichen. Außerdem befindet sich die Landestelle nahe eines Gebietes, in dem es einst größere Wassermengen gegeben haben könnte. (Foto: Esa/DLR/FU Berlin)

Geplanter Esa-Rover
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Zwar ist Schiaparelli kein hochgerüsteter Rover, sondern nur ein Testlandegerät. Dennoch ist das geplante Aufsetzen des kleinen Landers auf dem Mars die Generalprobe für den ersten europäischen Rover, den die europäische Weltraumagentur Esa in vier Jahren auf dem Mars absetzen will.

Schiaparelli trennt sich vom Mutterschiff
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Vor wenigen Tagen hatte sich Schiaparelli von seinem Mutterschiff, der Atmosphärensonde Trace Gas Orbiter, getrennt. Nun wird es ernst für den Lander: Das Aufsetzen auf der Mars-Oberfläche nach einem Ritt durch die dünne, kohlendioxidhaltige Atmosphäre des Roten Planeten zählt zu den schwierigsten Raumfahrtmanövern überhaupt. Bislang gelang es nur den USA, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars zu platzieren.

Doch ExoMars lässt die Vision näher rücken. Denn der Satellit Trace Gas Orbiter soll in den kommenden Jahren in der dünnen Gashülle des Mars nach Stoffen suchen, die von einfachen Lebensformen stammen könnten. Von besonderem Interesse ist Methan, das auf der Erde keinen guten Ruf hat, weil es als Treibhausgas den Klimawandel forciert. Auf der Erde wird das Spurengas auch von Bakterien freigesetzt. Könnte es sein, dass es auf dem Mars Mikroorganismen gibt?

„ExoMars ist ein weiterer Versuch, eine der schwierigsten Fragen zu lösen, die auch viele Raumsonden nicht beantworten konnten: Gab oder gibt es Leben auf dem Mars, der vermutlich vor rund vier Milliarden Jahren mit Wasser bedeckt war?“, sagt Oleg Orlow vom Moskauer Institut für biomedizinische Probleme. Gerätselt wird darüber spätestens seit der Beobachtung von Giovanni Schiaparelli, der dem 600 Kilogramm schweren ExoMars-Landemodul seinen Namen leiht.

Der italienische Astronom entdeckte um 1877 per Teleskop dunkle Linien auf der Mars und bezeichnete sie als „canali“ (Kanäle). Auf der Erde führte dies zu Spekulationen über mögliche Lebewesen dort. Wasser und Leben stehen im Zentrum der Marsforschung, seit Experten den Nachbarplaneten als roten Punkt am Himmel sehen können.

Auch bei der zweiten Phase von ExoMars dreht sich alles darum. Der Rover, der 2020 zum Mars fliegen soll, bekommt einen Bohrer, mit dem er in tiefe Schichten des Gesteins eindringen und in Proben nach biologischen Molekülen suchen soll. Bei Esa und Roskosmos laufen die Vorbereitungen bereits, doch die Arbeit ist kompliziert.

Denn anders als bei Schiaparelli, das unter Esa-Leitung entwickelt wurde, ist der Bau des Landemoduls für den Rover ein echtes Gemeinschaftswerk. „Jedes Mal, wenn Russland auch nur eine Schraube auf dem Raumschiff ändert, müssen wir prüfen, ob wir bei unserem Beitrag etwas anpassen müssen. Und umgekehrt“, sagt Esa-Experte Jorge Vago. „Das macht die Herausforderung größer.“

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