Maschinen im Alltag Roboter-Patrouille im Einkaufszentrum

Ein Roboter im Sicherheitsdienst, eine automatisierte Servicekraft in der Kneipe: In San Francisco übernehmen Maschinen immer mehr Alltags-Aufgaben. Das lässt Menschen um ihre Jobs fürchten.
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Bei den Passanten im Einkaufszentrum kommt der Sicherheitsroboter gut an. Quelle: AP
Roboter K5

Bei den Passanten im Einkaufszentrum kommt der Sicherheitsroboter gut an.

(Foto: AP)

San FranciscoEric Leon vom Sicherheitsdienst beobachtet K5 mit gemischten Gefühlen. Vor seinen Augen patrouilliert der bullige Roboter der Firma Knightscope durch das „Westfield Valley Fair“-Einkaufszentrum in San Francisco und sorgt so nach Vorstellung seiner Schöpfer für ein Stück Sicherheit.

Eines Tages, fürchtet Leon, wird K5 seinen Job übernehmen – und er selbst überflüssig. „Er beschwert sich nicht“, sagt der Sicherheitsmann. „Er ist ruhig. Keine Mittagspausen. Er fängt pünktlich um zehn an.“

Bei den Passanten kommt Knightscope-Roboter K5 mit seinen blau und weiß blinkenden Lichtern gut an. Seine Videoaufnahmen werden akzeptiert. Und schon alleine die Tatsache, dass die künstliche Sicherheitskraft ihre Runden dreht, sei Abschreckung für Verbrecher, erklärt der Hersteller.

Industrieroboter wird zum Pizzabäcker
Roboter backt Pizza
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Ein Roboter, der den Haushalt erledigt – am Bremer Institut für künstliche Intelligenz (IAI) arbeiten Forscher an der Verwirklichung dieses Traums: Dort wird Robotern Küchenarbeiten wie Pizzabacken oder das Zubereiten von Popcorn beigebracht.

Forschungsprojekt RoboHow
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Im Zuge des EU-finanzierten Projekts „RoboHow“ werden die Maschinen von den Bremer Forschern auf die Erledigung solcher Aufgaben trainiert. Durch die Arbeit in der Küche...

Zielorientiertes Handeln
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...sollen die Maschinen selbstständiges, zielorientiertes Handeln lernen und dabei vage Anforderungen in präzise Bewegungsketten umsetzen.

Michael Beetz mit Haushaltsroboter Pepper
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Alltagsaufgaben wie das Eindecken des Esstischs oder die Zubereitung einer einfachen Mahlzeit sind für Maschinen eine echte Herausforderung. „Den Menschen ist nicht bewusst, wie komplex das Ganze ist“, sagt Institutsleiter Michael Beetz.

Hochkomplizierte Abläufe
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„Küchenarbeiten sind hochkomplizierte Abläufe für einen Roboter“, so Beetz. „Einem Zweijährigen, dem man sagt: ‚Trink!‘, der kann einschenken und weiß, dass er nichts verschütten soll. Ein Roboter muss das lernen.“

Anleitungen aus dem Internet
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Am IAI werden die Roboter unter anderem mit Anleitungen aus dem Internet gefüttert. Auch mit Virtual Reality (VR) arbeitet das Forscherteam: Mit VR-Brille und Handcontrollern stellen die Mitarbeiter Bewegungsabläufe nach, die dann in für Roboter lesbare Daten umgewandelt werden.

Ergebnisorientiertes Handeln
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Labormanager Alexis Maldonado weiß, was alles schiefgehen kann, wenn ein Roboter stumpf vorgegebene Anweisungen befolgt: „Die ersten Maschinen, an denen ich mitgearbeitet habe, haben Löcher in die Tische gehauen.“ Ziel der Bremer Forscher ist es daher, den Maschinen ergebnisorientiertes und nicht wie bisher wortwörtliches Handeln beizubringen.

In San Francisco trifft K5 auf eine Reihe von Kollegen: So gibt es in der kalifornischen Metropole automatisch gebackene Pizza oder eine Kneipe, in der Bier per fliegendem Roboter serviert wird. Erst kürzlich veröffentlichte die Zeitung „San Francisco Chronicle“ als Touristenservice eine Liste von rund einem Dutzend Orte, wo die Besucher Roboter in Aktion erleben können.

Roboter-Steuer für den Wegfall von Arbeitsplätzen

Zugleich zählt San Francisco zu den Orten im Land, wo Arbeiterrechte seit langem großgeschrieben werden. Hier setzte sich früh Bezahlung im Krankheitsfall oder in Elternzeit durch. 2014 stimmten die Wähler für einen 15-Dollar-Mindestlohn, den Gouverneur Jerry Brown 2016 mit seiner Unterschrift zum Gesetz für den gesamten US-Staat Kalifornien machte.

Angesichts von K5 und seinen maschinellen Kollegen werden nun neue arbeitsrechtliche Bedenken laut – und Vorschläge, wie die Entwicklung für die Arbeitnehmer genutzt werden kann. Jane Kim, führende Mitarbeiterin der Stadt, hat dabei eine staatsweite Roboter-Steuer ins Spiel gebracht. Damit sollen Verluste abgefedert werden.

Man müsse darüber nachdenken, wie Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen können, wenn Maschinen sie verdrängen, betont Kim. „Ich denke, Automatisierung ist einer der Hauptpunkte im Zusammenhang mit Lohnungleichheit“, sagt sie. „Sie ist nicht an sich schlecht, aber sie wird zu einer Konzentration von Reichtum führen – und zu weiterem Ungleichgewicht, wenn wir uns jetzt nicht darauf vorbereiten.“

„Lächerlich“ nennt das der Chef von Roboter-Hersteller Knightscope, William Santana Li. Die privaten Sicherheitsdienste litten derzeit unter hoher Fluktuation und schlechter Bezahlung. Wenn Roboter Aufgaben übernähmen, könnten ihre menschlichen Kollegen dann neue, verantwortungsvollere Jobs machen. Sie könnten beispielsweise eine ganze Kolonne von K5-Robotern managen und damit mehr Geld verdienen als bisher. Die Annahme, die Maschinen seien geschaffen, um Jobs streitig zu machen, sei falsch.

13 Millionen Arbeitsplätze könnten wegfallen
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