Materialforschung
Sparsamer Umgang mit Gold

Gold kommt in vielen Prozessen zum Einsatz - etwa bei der Herstellung von Abgaskatalysatoren, Elektrogeräten oder bei der Schmuckbeschichtung. Doch die Gewinnung des Edelmetalls ist schwierig und muss meist mit schweren ökologischen Schäden erkauft werden. Ein Unternehmen aus Engen entwickelt Techniken, um den Materialverbrauch bei der Vergoldung um bis zu 80 Prozent zu senken.
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KÖLN. Ein neues Beschichtungsverfahren soll helfen, sparsamer mit Gold umzugehen. Nanocraft Coating aus Engen verspricht, einen nur halb so dicken Auftrag wie bisher zu ermöglichen - das sei gerade für die dekorative Schmuckbeschichtung interessant, sagt Geschäftsführer Sabri Akari.

Dort landen rund 15 der 60 Tonnen Gold, die jährlich in Deutschland verarbeitet werden. Industriell kommt das Edelmetall auch in Abgaskatalysatoren, Elektrogeräten und zur Herstellung von Chemikalien zum Einsatz.

Nanocraft Coating habe sich spezialisiert auf die Untersuchung technischer und biologischer Oberflächen im millionstel Millimeterbereich. Man entwickele zwei neue Techniken, sagt Akari: "Wir könnten bei weniger Materialverbrauch nur 50 Prozent der bisherigen Dicke erreichen, ohne die Haltbarkeit zu verringern oder Verschleiß am Schmuckstück zu haben." Entwicklungsziel sei es, den Verbrauch um bis zu 80 Prozent zu senken.

Die sparsame Verwendung von Gold, das gegenwärtig auf einem Rekordpreisniveau liegt, sei auch unter ökologischen Aspekten zwingend, sagt Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In der Gewinnung werde Gold meist mit giftigem und hochentzündlichem Zyanid vom Stein gelöst.

"In der Natur werden klaffende Wunden und giftige Abwässer hinterlassen", sagt Brickwedde. Die DBU fördert das Projekt mit 122 000 Euro. Für jede gewonnene Tonne Gold müssten rund drei Millionen Tonnen Erde bewegt werden. Gerodete Wälder, Erosionsprobleme und Verschlammung seien die Folge.

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