Medizin
Britische Ärzte testen tragbares Dialysegerät

Britische Ärzte haben in einer Pilotstudie bei acht Patienten mit Nierenversagen ein mobiles Dialysegerät getestet. Die Gruppe um Andrew Davenport von der University College Medical School in London berichtet im Medizinjournal „The Lancet“ (Bd. 370, S. 2005) von den Resultaten.

dpa LONDON. Britische Ärzte haben in einer Pilotstudie bei acht Patienten mit Nierenversagen ein mobiles Dialysegerät getestet. Die Gruppe um Andrew Davenport von der University College Medical School in London berichtet im Medizinjournal „The Lancet“ (Bd. 370, S. 2005) von den Resultaten.

Demnach vertrugen die durchschnittlich 52 Jahre alten Probanden - drei Frauen und fünf Männer - die Behandlung gut.

Die Patienten trugen das in eine Weste eingearbeitete Gerät mit zahlreichen Schläuchen und Filtern jedoch nur zwischen vier und acht Stunden mit sich herum. Vor einem breiten Einsatz der Technik seien noch viele weitere Untersuchungen nötig, betonen die Forscher. „Diese tragbare künstliche Niere ist ein erster kleiner Schritt auf der langen Straße zu einem tragbaren Gerät zur Blutreinigung“, heißt es dementsprechend auch in einem begleitenden Kommentar in „The Lancet“.

Den Angaben zufolge gibt es weltweit rund 1,3 Millionen Menschen, deren Nieren versagen. Ihnen müssen daraufhin die sich ansammelnden Schadstoffe mehrmals in der Woche bei einer Dialyse aus dem Blut gewaschen werden. Seit vielen Jahren arbeiten Techniker daran, den Patienten mit mobilen Geräten mehr Lebensqualität zu verschaffen. Bei der Dialyse wird das Blut außerhalb des Körpers gereinigt.

In dem Test wurde deutlich weniger Blut gereinigt als bei einer herkömmlichen Dialyse - der Blutfluss betrug 59 statt 300 Milliliter pro Stunde. Die dabei erzielten Reinigungsergebnisse entsprachen den Erwartungen, schreiben die Mediziner. Die Probanden würden das Gerät nach den eigenen Erfahrungen anderen Patienten empfehlen. Zu den Autoren des Artikels gehört der Erfinder des Gerätes vom US- Unternehmen Xcorporeal in Los Angeles (US-Staat Kalifornien).

In Deutschland müssen derzeit rund 63 000 Menschen zur Dialyse, sagte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Professor Jan Galle. Jährlich kämen rund 16 000 hinzu, die Sterblichkeit der Patienten ist hoch. Momentan leben laut Galle zudem rund 20 000 Deutsche mit einer Spenderniere.

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