Medizin
Forscher entdecken neuen Stammzelltyp

US-Wissenschaftler haben eine neue Art von Stammzellen entdeckt. Sie stammen aus der Gebärmutterwand, lassen sich leicht isolieren und sind sehr vermehrungsfreudig - ein ideales Werkzeug für Reparaturen im menschlcihen Körper.

HB NEW YORK. Nordamerikanische Forscher haben im Menstruationsblut von Frauen eine neue Art von Stammzellen gefunden. Diese Zellen könnten sich zu mindestens neun Gewebearten entwickeln - von Nerven- bis Herzmuskelzellen, berichten die Forscher im Fachblatt „Journal of Translational Medicine“. Schon aus fünf Milliliter Blut einer gesunden Frau ließen sich genug Zellen gewinnen, die nach zwei Wochen Zellkultur schlagende Herzmuskelzellen bildeten. Durch den einfachen Zugang könnten die neu entdeckten Stammzellen möglicherweise die Behandlung von zerstörtem Gewebe erleichtern, meinen die Wissenschaftler.

Die Zellen stammen aus der Gebärmutterwand, die während der Periode besonders durchblutet ist. Sie teilten sich im Labor mehr als 68 Mal und vermehrten sich dabei sehr viel schneller als etwa Stammzellen aus der Nabelschnur, berichten die Forscher um Xiaolong Meng vom Bio-Communications Research Institute in Wichita (US-Staat Kansas). Die neu entdeckten Stammzellen waren demnach in der Lage, sich in neun verschiedene Gewebearten differenzieren, darunter Leber- , Fett- und Bauchspeicheldrüsenzellen sowie knochenbildende Zellen.

Stammzellen werden unter anderem gebraucht, wenn im Körper Reparaturen nötig sind. Bei erwachsene Menschen sind etwa 20 verschiedene Stammzelltypen bekannt. „Wir haben viele Probleme mit unseren gegenwärtigen Methoden der Stammzellentherapie“, meint Meng. Manche Zellen könnten vom Empfänger abgestoßen werden und manche hätten ein begrenztes Potenzial, neues Gewebe zu bilden. „Jetzt haben wir einen möglichen neuen Weg gefunden, diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, indem wir Zellen aus dem Menstruationsblut nutzen.“

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