Medizin
Herzklappen per Katheter eingesetzt

Ein neues Verfahren erspart Patienten belastende Operationen an der Herzklappe, bei der eine Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz kommt. Dabei konnte sowohl in Frankfurt als auch in München zugleich ein Durchbruch erzielt werden.

hsn FRANKFURT/MÜNCHEN. Gleich zwei deutsche Kliniken melden einen Fortschritt bei der Behandlung von Herzklappenfehlern bei älteren Menschen. Mit Hilfe von minimalinvasiven Verfahren konnten ein Ärzteteam des Klinikums der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Herzchirurgen des Deutschen Herzzentrums München erstmals eine defekte Herzklappe per Katheter ersetzen ohne das Herz still zu legen und die Patienten an eine Herz-Lungenmaschine anzuschließen. Die Frankfurter Mediziner entwickelten ein Verfahren zur Behandlung einer Verengung (Stenose) der Aortenklappe, während die Münchener eine defekte Herzklappe minimalinvasiv durch ein Implantat ersetzen.

Die Verfahren der beiden Ärzteteams unterscheiden sich vor allem durch die verwendeten Herzklappen. Die Frankfurter setzen auf einen Herzklappen-Stent des amerikanischen Herstellers Edwards. Der Stent besteht aus rostfreiem Stahl und wird mit dem Katheter zur Aorta transportier und in der Position der degenerierten, verengten Aortenklappe platziert. Nach Aufdehnen der Aortenklappe drängt die Prothese die alte degenerierte Herzklappe zur Seite und übernimmt deren Aufgabe.

Die Ärzte in der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum München arbeiten mit der Aortenklappe der Firma CoreValve, die über die Herzspitze eingesetzt wird. Über ein spezielles Ballonkathetersystem erweitern die Chirurgen zunächst den Bereich der alten, durch Kalk und Ablagerungen verengten Herzklappe. Anschließend wird die neue Aortenklappe über den Katheter in diese Position vorgeschoben, wo sie sich von selbst entfaltet und an die Herzkammer andrückt. „Das besondere an der von uns favorisierten Herzklappe ist, dass sie sich durch die Körperwärme nachträglich leicht ausweitet und sich dabei fest an den Klappenring anschmiegt“, erläutert Robert Bauernschmitt, Geschäftsführender Oberarzt an der Herzklinik München.

Die neuartige Klappenimplantation dauert nur wenige Minuten. „Diese Methoden eröffnen insbesondere für ältere Hochrisikopatienten, denen bisher mit einer herkömmlichen Operation nicht mehr geholfen werden konnte, weil diese zu anstrengend wäre, ganz neue Therapiemöglichkeiten“, sagt der Direktor der Münchener Herzklinik Rüdiger Lange.

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