Medizin
Laser erkennt schwarzen Hautkrebs

Bei der Diagnose von Schwarzem Hautkrebs war bislang das Urteilsvermögen des Hautarztes sowie eine Gewebeprobe die einzige Möglichkeit der Früherkennung. Ein hochmodernes Lasergerät kann die Untersuchung nun deutlich präziser machen – ohne, dass überhaupt ein Engriff nötig ist.

BERLIN. Schwarzer Hautkrebs ist weltweit auf dem Vormarsch. Allein in Deutschland werden heute dreimal mehr Fälle festgestellt als noch vor 30 Jahren. Noch stärker nimmt die Zahl der Opfer des so genannten Malignen Melanoms auf der Südhalbkugel zu, wo die UV-Strahlung wegen der schwindenden Ozonschicht ungebremst durch die Atmosphäre gelangt. Während der Schwarze Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium zu den bösartigsten Krebsarten überhaupt zählt, stehen die Chancen auf Heilung im frühen Stadium gut. Mit neuen Diagnosetechniken, die zurzeit entwickelt werden, könnte die Früherkennung verbessert werden.

Bisher überprüfen Hautärzte verdächtige Flecken mit der Lupe oder mit dem bloßen Auge auf charakteristische Veränderungen. Erfahrene Dermatologen können verdächtige Flecken zwar recht zuverlässig einschätzen, im Zweifelsfall muss die betroffene Hautpartie jedoch herausgeschnitten und von Histologen, die auf die Untersuchung von Gewebeproben spezialisiert sind, unter dem Mikroskop begutachtet werden. In bis zu 90 Prozent der Fälle bestätigt sich der Krebs-Verdacht nicht.

Die Hautprobe könnte bald überflüssig werden. Die Berliner Lasertechnik-Firma LTB hat ein spezielles Lasergerät entwickelt, mit dem Schwarzer Hautkrebs auch ohne Gewebeschnitt diagnostiziert werden kann. Im Mittelpunkt der neuen Diagnosetechnik steht ein spezieller Laser, der das Hautpigment Melanin zu einer messbaren Fluoreszenz anregt. Während im gesunden Gewebe ein Gleichgewicht zwischen den beiden Molekül-Varianten Eu- und Pheo-Melanin besteht, kommt es mit der Bildung von Hautkrebs zu einem Überschuss an Pheo-Melanin. „Mit dieser Verschiebung ändert sich auch die Melanin-Fluoreszenz“, sagt Matthias Scholz, Geschäftsführer von LTB. Daher ließen sich bösartige Veränderungen mit der Methode schon im frühen Stadium zuverlässig erkennen.

Der Dermatologe Klaus Hoffmann von der dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum hat die LTB-Technik geprüft und setzt große Hoffnung in das unblutige Diagnoseverfahren. „Eine zuverlässige optische Diagnose könnte den Patienten viele unangenehme Eingriffe ersparen“, sagt der leitende Oberarzt der Bochumer Klinik. Die Ärzte der Uniklinik untersuchten zuvor entnommene Gewebeproben zuerst mit dem Lasergerät. Das Ergebnis wurde anschließend mit dem Befund aus dem Histologie-Labor verglichen. „Die Übereinstimmung war beeindruckend“, sagt Hoffmann.

Den Hersteller stimmen die ersten Ergebnisse zuversichtlich. Für das nächste Jahr plant LTB den Bau mehrerer Prototypen des Lasergeräts, die vorerst Histologen als Hilfsmittel zur Begutachtung von Hautproben an die Seite gestellt werden sollen. In diesem Rahmen will LTB weitere Studien durchführen. Wenn die Verlässlichkeit des Tests bestätigt wurde, soll die Messung im nächsten Schritt direkt an der Haut der Patienten vorgenommen werden.

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