Medizin-Nobelpreis
Thomas Südhof fühlt sich noch als Deutscher

Seit 30 Jahren lebt Thomas Südhof in den USA, seinem Geburtsland Deutschland fühlt sich der frischgebackene Nobelpreisträger aber immer noch verbunden. Auch wenn es wissenschaftlich hier nicht so gut klappte.

DüsseldorfGanz sicher war sich der frischgebackene Medizin-Nobelpreisträger Thomas Südhof nicht über seinen offiziellen Staatsbürgerstatus. „Ich bezweifle, dass ich juristisch gesehen deutscher Staatsbürger bin, aber ich weiß es nicht“, sagte er am Tag der Bekanntgabe der Auszeichnung durch das Stockholmer Nobelkomitee.

Südhof lebt seit 1983 in den USA und hat inzwischen die US-Staatsbürgerschaft angenommen. Deutschland fühle er sich aber noch immer verbunden: „Ich bin gerne Deutscher, aber ehrlich gesagt, um solche Sachen habe ich mich nie so richtig gekümmert.“

Vielleicht auch, weil er wissenschaftlich in Deutschland nie richtig heimisch geworden ist. Nach seiner Promotion 1983 ging er nach Dallas (US-Bundesstaat Texas), wo er am University of Texas Southwestern Medical Center im Labor der späteren Nobelpreisträger Michael Brown und Joseph Goldstein eine erste wissenschaftliche Heimat fand.

Mitte der 1990er Jahre kehrte der Neurowissenschaftler vorübergehend nach Deutschland zurück, als Direktor des Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in seiner Heimatstadt Göttingen. Den Posten habe er „enthusiastisch“ angenommen, schrieb er in einem Lebenslauf. Doch die Zusammenarbeit mit der Führung der Max-Planck-Gesellschaft klappte aber nicht, Südhof wurde nahegelegt, wieder in die USA zu gehen.

Südhof sei „eine sehr starke und fordernde Persönlichkeit, sehr ehrlich und offen“, sagt Nils Brose, Direktor am Göttinger Max-Planck-Instituts, heute. Er bescheinigt dem Nobelpreisträger aber auch, ein „sehr guter Mentor und kollegialer Unterstützer“ zu sein, „der seinen Mitarbeitern gegenüber sehr großzügig“ sei.

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Irritierende Wissenschaftsfeindlichkeit

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