Medizin
Zahl der HIV-Infektionen gestiegen

In Deutschland ist die Zahl der Infektionen mit dem Aidserreger HIV erneut gestiegen. Fast 60 000 Menschen sind hier zu Lande mit dem Erreger infiziert, allein in diesem Jahr werden 650 Menschen an der Immunschwächekrankheit sterben. Trotz moderner Medikamente ist Aids immer noch nicht heilbar.

HB BERLIN. Allen Aufklärungsbemühungen zum Trotz steigt die Zahl der HIV-Infektionen weiter: Im laufenden Jahr haben sich nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 3000 Menschen in Deutschland neu mit dem Aidserreger infiziert, das sind fünf Prozent mehr als 2006.

Damit leben aktuell in Deutschland etwa 59 000 HIV-Infizierte. Nach RKI-Schätzung ist bis Jahresende mit 650 Todesfällen zu rechnen. „Trotz der modernen Medikamente ist noch niemand von seinem HIV geheilt worden, und auch die Impfstoffentwicklung bleibt schwierig“, sagte RKI-Präsident Reinhard Kurth. Er forderte für Forschung und Prävention „unverändert einen hohen Stellenwert“.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zeigte sich besorgt: „Aufklärung und Schutz und Verantwortung für sich selber und andere“ müssten weiter höchste Priorität haben. „Bei Aids gibt es keine Sicherheit“, sagte die Ministerin am Montag in Berlin. „Aids ist immer noch tödlich. Aids ist nicht heilbar.“ Die Bundesregierung habe die Finanzmittel für die Aids-Prävention in diesem Jahr um drei Mill. Euro erhöht und einen Aktionsplan gegen HIV und Aids beschlossen.

Die größte Gruppe der HIV-Infizierten bilden laut RKI mit 34 000 Personen homosexuelle Männer. Rund 7500 Menschen haben sich demnach über heterosexuelle Kontakte angesteckt. Etwa 9000 kommen aus Ländern mit besonders hoher HIV-Rate und haben sich dort über heterosexuelle Kontakte infiziert. Weitere 7000 HIV-Infizierte haben sich beim Drogenkonsum über verunreinigte Spritzen angesteckt.

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