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Mediziner: Gentechnik-Mittel neue Option bei Schuppenflechte

Gentechnisch hergestellte Medikamente können Patienten mit entzündlicher Schuppenflechte nach Medizinermeinung Aussicht auf langfristige Besserung bieten.

dpa DRESDEN. Gentechnisch hergestellte Medikamente können Patienten mit entzündlicher Schuppenflechte nach Medizinermeinung Aussicht auf langfristige Besserung bieten.

So genannte Biologics, die den körpereigenen Eiweißstoffen nachgebildet sind, greifen in das Immunsystem des Patienten ein und bremsen den Entzündungsprozess, wie Prof. Thomas Luger von der Universitätshautklinik Münster am Mittwoch auf dem Kongress der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden erläuterte. Verschiedenen Studien zufolge bewirkten die Medikamente bei bis zu 80 Prozent der Patienten eine mindestens 75- prozentige Besserung. Allerdings könnten die Therapiekosten leicht 20 000 Euro pro Jahr übersteigen.

In Deutschland leiden etwa zwei Millionen Menschen unter Schuppenflechte (Psoriasis), die den ganzen Körper befallen kann. „Mit den bisherigen Möglichkeiten konnten nur akute Krankheitsschübe behandelt werden“, sagte Luger. Biologicals sind nach Auskunft des Psoriasisbundes derzeit allerdings nur für schwer erkrankte Psoriasis-Patienten zugelassen, bei denen keine andere Therapie mehr greift.

Die Gentechnik-Mittel werden in der Regel unter die Haut gespritzt und blockieren bestimmte Botenstoffe (Zytokine) oder Immunzellen (T- Lymphozyten). Empfohlen werde ein Therapiestopp nach 24 Wochen, wenn die Behandlung erfolgreich war, sagte Luger. Noch sei unklar, ob sich das Risiko von Haut- oder Lymphdrüsenkrebs erhöhe.

Psoriasis (griechisch „psora“, Krätze) ist nach Neurodermitis die häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie ist nicht ansteckend, aber auch nicht heilbar. Die Bezeichnung Schuppenflechte bezieht sich auf die scharf begrenzten, roten Herde mit silbrig- weißen Schuppen, die vor allem an Ellenbogen, Knie, Kopfhaut und Rücken auftreten. Die Ursachen sind bis heute nicht endgültig geklärt. Oft spielt genetische Veranlagung eine Rolle. Risikofaktoren können aber auch bestimmte Medikamente, Stress oder Alkohol sein.

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