Meer erweist sich als Schatztruhe
Arzneimittel aus dem Meer

„Vor allem Schwämme erregen die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler, da sowohl im Gewebe der marinen Vielzeller als auch in assoziierten Pilzen und Bakterien eine große Zahl vielversprechender Substanzen vorkommt“, sagte Prof. Werner E.G. Müller von der Universität Mainz. Die neusten Ergebnisse sollen am Samstag bei der Tagung "Blaue Biotechnologie, die das Meer bietet" vorgestellt werden.

HB MAINZ. Als Highlight konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass ein aus einem marinen Pilz isolierter Stoff gegen Leukämie wirkt. „Die Substanz Sorbicillacton A wird derzeit im Tierversuch von neutralen Labors weiter getestet“, sagte Müller in einem dpa-Gespräch. Nach seiner Einschätzung könne der Wirkstoff in etwa ein bis zwei Jahren bereits in ersten klinischen Tests erprobt werden.

Die Substanz bekämpfe Blutkrebs selektiv, indem nur bei krankhaften Zellen ein Signal ausgelöst wird, das sie absterben lässt. „Das hat in Zell- und Gewebekulturen bereits gut funktioniert“, erläuterte der Biochemiker. Nach seiner Ansicht sind Naturprodukte als potenzielle Medikamente grundsätzlich besser geeignet als synthetische Stoffe, die nach dem Zufallsprinzip im Labor entstehen. „Die Wirksamkeit biologischer Substanzen ist ja nicht auf einen Organismus beschränkt. „Wenn sich ein Schwamm mit Hilfe eines Stoffes erfolgreich gegen andere, niedere Tiere wehrt, dann kann dieser Stoff wahrscheinlich auch Menschen beim Kampf gegen eine Krankheit helfen“, sagte Müller.

Für eine effektivere Erforschung des pharmazeutischen Potenzials mariner Naturstoffe haben sich vor drei Jahren neun deutsche Forschergruppen zum Verbund Biotecmarin zusammengeschlossen, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit bislang rund drei Millionen Euro unterstützt worden sei.

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