Meeresforschung
Neue Software warnt vor Tsunami-Gefahr

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven haben eine hoch entwickelte Software vorgestellt, die gefährdete Küstengebiete besser Tsunamis schützen soll.

HB BREMERHAVEN. Eine hoch entwickelte Software aus Deutschland soll künftig helfen, Menschen in Tsunami-Risikogebieten besser zu schützen. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) hat die Simulationssoftware zur Berechnung der Auswirkungen von Seebeben fertig gestellt. Das laut AWI modernste und flexibelste Tsunami-Simulationssystem der Welt ist Teil eines deutsch-indonesischen Frühwarnsystems, das Mitte 2009 in Betrieb gehen soll.

Im Unterschied zu bisherigen Tsunami-Warnsystemen nutzt das neue Simulationssystem für eine ultraschnelle Analyse nicht nur Erdbebendaten, sondern kombiniert verschiedene Messwerte. So fließen in die Berechnungen auch Erdbeben-Parameter, Wellenhöhen oder Erdkrusten-Verformungen ein. Die real gemessenen Daten werden im Computer mit vorberechneten Tsunami-Szenarien verglichen, um mögliche Auswirkungen eines Seebebens zu ermitteln.

Die Software soll nun in ein System des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt integriert werden, in dem auch andere Informationen zusammenlaufen, etwa über die Besiedlung angrenzender Küsten. Mit Hilfe dieses System sollen die Verantwortlichen vor Ort weit verlässlicher und schneller als bislang einschätzen können, ob anschwellende Wellen zur Bedrohung für Bewohner werden. Entsprechend könnten Warnungen die Betroffenen schneller erreichen, so dass mehr Zeit für den Katastrophenschutz bliebe. Der Probebetrieb des Frühwarnsystems vor der indonesischen Küste beginnt im November.

Indonesien gehört zu den am schwersten von der Tsunami-Katastrophe 2004 heimgesuchten Ländern. Mehr 150 000 Menschen starben seinerzeit, als nach einem schweren Seebeben bis zu 15 Meter hohe Flutwellen die Westküste Sumatras verwüsteten.

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