Mehr als 40 Millionen Dollar
Ausrangierte Nasa-Shuttles werden teuer

Die Tage der US-Raumfähren sind gezählt. 2010 sollen die letzten drei Spaceshuttles der Nasa eingemottet werden. Wer sich einen der Weltraumveteranen als Erinnerung in den Vorgarten stellen will, muss allerdings tief in die Tasche greifen.
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dpa WASHINGTON. Wer eines der ausrangierten Spaceshuttles der Nasa kaufen will, muss tief in die Tasche greifen: Mehr als 40 Mio. Dollar (28,6 Mio. Euro) will die US-Weltraumbehörde für die alten Raumfähren haben, die 2010 eingemottet werden sollen. Die Nasa will zwei Raumfähren und mindestens sechs in Einzelteile zerlegte Haupttriebwerke an Museen, Schulen oder Wissenschaftszentren abgeben, wie am Mittwoch (Ortszeit) mitgeteilt wurde.

Für Museen, die tatsächlich an den ausrangierten Raumfähren interessiert sind, könnten allerdings weitere erhebliche Kosten entstehen, etwa für den Transport und Fachleute, die sich um die rechte Präsentation des Ausstellungsstücks kümmern. Das gibt die Nasa selbst auf ihrer Website zu bedenken.

Wie Nasa-Sprecher Michael Curie erläuterte, seien 28,2 Mio. Dollar allein dafür nötig, den Shuttle zu sichern. Dazu gehöre vor allem, den Tank und andere gefährliche Teile zu entfernen. Am Ende müsse die Raumfähre zudem in einem klimatisierten Raum untergebracht werden, was ebenfalls erhebliche Kosten verursache.

Die Raumfahrtbehörde selbst solle bitte nicht mit den Folgekosten für die Ausstellung der Stücke und den Transport zum Zielort belastet werden, heißt es weiter. Allerdings seien die Shuttles in gutem Zustand und durchaus geeignet, „um die amerikanische Öffentlichkeit zu inspirieren - ganz besonders Studenten“. Curie rechnete damit, dass es das gesonderte Angebot von Shuttles und zerlegten Haupttriebwerken einfacher machen werde, Interessenten zu finden.

Die Raumfahrtbehörde besitzt insgesamt die drei Raumfähren „Discovery“, „Atlantis“ und „Endeavour“. Die „Discovery“ will die Nasa für das Smithsonian's Luft- und Raumfahrtmuseum reservieren, das nach einer Übereinkunft das Erstzugriffsrecht auf die ausrangierte Ausrüstung hat. Auch dieses Museum müsse aber 42 Mio. Dollar bezahlen, versicherte Curie.

Das Nachfolgesystem der Spaceshuttles, Orion, soll frühestens 2015 zur Verfügung stehen - ein unangenehmer Engpass für die Weltraumnation USA. Für Besuche der Internationalen Raumstation ISS muss die Nasa in der Zwischenzeit Plätze auf russischen Sojus-Flügen buchen.

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