Mehrweg-System aus Skandinavien
Rollende Paletten sparen Zeit und Geld

Mit dem skandinavischen Mehrweg-System Logipack lassen sich Flaschen auf kleinerer Fläche stapeln – zahlreiche deutsche Supermärkte haben bereits Interesse signalisiert.

HB STRALSUND. Wie gewonnen, so zerronnen? Vor allem Brauereien, die ihr Bier in Pfandflaschen abfüllen, haben vom Einwegpfand profitiert. Die neuen Anpassungen der Verpackungsordnung im nächsten Jahr könnte jedoch zu einer Renaissance der Dose führen – und damit den Trend wieder umkehren. Die Stralsunder Getränkegruppe Nordmann will dies mit der Einführung eines neuen Mehrwegsystems für die handelsübliche Glasflasche verhindern.

Auch wenn der deutsche Handel ab dem 1.Mai 2006 – Dank der letzten Novelle der Verpackungsverordnung – das Leergut der Konkurrenz wieder zurücknehmen muss und die so genannten Insellösungen wieder verschwinden, wird der Ärger mit dem Einwegpfand nicht zu Ende sein. Denn eines hat der scheidende Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) wohl kaum bezwecken wollen: ein Comeback der Getränkedose.

Denn aus Kosten- und Platzgründen würden sich dann viele Lebensmittelhändler ausschließlich Dosen ins Regal stellen, wie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) prognostiziert. Die Renaissance der Dose ginge vor allem zu Lasten der rund 1 000 mittelständischen deutschen Brauereien, die sich die Investition in eine Dosenabfüllanlage nicht leisten können, während Großbrauereien wie Bitburger oder Veltins die meisten Anlagen lediglich eingemottet haben.

Doch Logipack, ein in Deutschland bisher unbekanntes Mehrweg-System aus Skandinavien, könnte nicht nur dazu beitragen, den Absatz von Mehrwegflaschen zu sichern, sondern auch vor Ort im Getränkehandel für neue Kaufimpulse sorgen. Erste positive Erfahrungen mit Logipack hat die Nordmann-Gruppe aus Mecklenburg-Vorpommern gesammelt, die das System schon für die Biere aus ihrer kleinen, aber feinen Stralsunder Brauerei einsetzt. Als deutscher Lizenznehmer der finnischen Hartwall-Gruppe lädt Nordmann bewusst alle Wettbewerber zur Teilnahme am Logipack-System ein, um eine flächendeckende Verbreitung auch in Deutschland zu erreichen.

Logipack bedient sich drei einfacher Komponenten: Vierrädrige, flache Rollwagen aus Metall, nur fünf Zentimeter hohe, strapazierfähige Kunststofftabletts (Trays) und Mehrwegflaschen aus Glas im attraktiv gestalteten Sechserpack. Weil das System auf Bierkästen als Umverpackung verzichtet, spart es gegenüber der bisherigen Warenpräsentation rund 80 Prozent der Fläche. Für den Transport lassen sich vier Logipack-Rollis zu einer Euro-Palette zusammenfassen, auf der dann – in mehreren Lagen gestapelt – 720 Halbliterflaschen Platz finden.

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