Menschenähnliche Maschinen lernen Bewegungen
Roboter boxen für die Forschung

Roboter können nicht nur Fußballspielen, sondern auch Boxen. Das bewiesen Anfang der Woche japanische Studenten, die an der Technischen Universität Darmstadt, entsprechende Maschinen vorstellten.

dpa DARMSTADT. In Japan zählt das Roboterboxen zum studentischen Volkssport, und den wollen die Jungforscher jetzt auch nach Europa exportieren.

Den 40 Zentimeter großen, menschenähnlichen Kämpfern haben die Studenten zwar bereits einige Imponier-Gesten beigebracht – die Siegerfaust über dem Kopf oder das Bodybuilder-Muskelspiel vor der Brust. Im Kampf allerdings blieben die Roboter jedoch ziemlich blass: Einmal verfehlte die rechte Hand ihr Ziel, und der Metall-Fighter wurde vom eigenen Schwung von den Füßen geholt. Sein Gegner fiel vor Schreck gleich mit um.

Was dem Menschen selbstverständlich erscheint, ist für humanoide Roboter eine riesige Herausforderung: Gehen, das Gleichgewicht halten, eine Treppe steigen. Etliche Motoren müssen koordiniert werden, um die menschlichen Bewegungen halbwegs nachzuahmen. Deshalb sind die Kampf-Roboter auch nur eine Armlänge groß, denn jeder zusätzliche Zentimeter erschwert die Bedingungen.

Trotz der eher spärlichen Kampfhandlung sorgt der Auftritt für jede Menge Unterhaltung. „Mit dem Wettbewerb locken wir die Studenten in die Forschung“, sagt Motoji Yamamoto, Professor an der Kyushu-Universität in Fukuoka. Wesentlich wichtiger ist jedoch der Forschungsaspekt: Für den Kampf müssen den Maschinen Fähigkeiten beigebracht werden, die für viele andere Robotereinsätze verwendbar sind. „Wir lernen dabei sowohl etwas über die Bewegungsabläufe beim Menschen als auch über die technische Umsetzung dieser Bewegungen“, erläutert Yamamoto. Für den Professor ist klar, dass die Roboter in menschlicher Gestalt in nicht allzu ferner Zukunft bei der Unterstützung von Menschen eine wichtige Rolle einnehmen werden.

An der Technischen Universität Darmstadt beschäftigt sich ein Fachbereich seit einigen Jahren mit Robotern. Die „Darmstadt Dribbling Dackels“ gehören zu den führenden fußballspielenden Roboterhund- Mannschaften in Deutschland.

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