Merkel wünscht gute Reise
Weltraumlabor „Columbus“ übergeben

Mit einem Festakt ist am Dienstag in Bremen das Raumfahrtlabor „Columbus“ an die Europäische Raumfahrtagentur ESA übergeben worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte dem Labor eine „gute Reise ins All“. Zugleich richtete sie einen Appell an die internationale Raumfahrtindustrie.

HB BREMEN. Das Bremer Raumfahrtunternehmen EADS Space Transportation hat das Raumlabor „Columbus“ an die ESA übergeben. Neben Firmenchef Evert Dudok und ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag an der Feier zur Fertigstellung des wichtigsten europäischen Beitrags zur Internationalen Raumstation ISS teil.

Merkel betonte, die wissenschaftlichen Möglichkeiten seien von unschätzbarem Wert. Sie wünsche Entwicklern und Politikern ein Stück Kraft, „der Freiheit der Forschung ihre Entfaltung zu lassen“. Merkel bekannte sich ausdrücklich zum finanziellen Engagement für die Raumforschung in Deutschland: „Das ist ein kleiner, aber ausgesprochen feiner Bereich, der einem Land, das sich als Hochtechnologieland und führendes Wissenschaftsland versteht, sehr sehr gut ansteht.“ Die Kanzlerin forderte zugleich die internationale Raumfahrtindustrie auf, zum Wohle der Menschheit zusammenzuarbeiten.

Das Labor ist unter anderem für Experimente in den Fachgebieten Lebenswissenschaften, Werkstoffwissenschaften, Grundlagenphysik und Technologie gedacht. Drei Astronauten haben darin Platz. „Columbus“ soll Ende Mai für weitere Tests in die USA gebracht und im Herbst 2007 zur ISS geflogen werden.

Konzeption und Bau des etwa acht Meter langen röhrenförmigen Labors mit rund 4,5 Meter Durchmesser begannen vor zehn Jahren. Die Leitung des Projekts lag bei der Bremer Firma, die Ende der 70er Jahre schon das Raumlabor „Spacelab“ entwickelt hatte. An „Columbus“ bauten 40 Firmen in zehn EU-Staaten mit. Es kostete rund 880 Mill. Euro.

Eigentlich hatte „Columbus“ schon 2004 an der ISS angedockt werden sollen. Nach der Explosion der US-Raumfähre „Columbia“ stellten die USA aber für lange Zeit alle Shuttle-Flüge ein. Die Wartezeit nutzten die Bremer Ingenieure für Verfeinerungen des Konzepts.

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