Messtechnik
Sensoren wachen über die Produktion

Stetige technische Fortschritte und sinkende Herstellungskosten bei Bauteilen machen Messtechnik zum Wachstumsmarkt. Auch größere Produktionsbetriebe wie Raffinerien lassen sich mit Hilfe von Sensor-Systemen überwachen.

BERLIN. Ein gewöhnlicher Schreibstift kann nicht besonders viel: Er bringt Farbe auf das Papier - und das war es auch schon. Es geht auch anders, sagt Max Mühlhäuser, Professor am Fachbereich Informatik der Techschnischen Universität in Darmstadt. Beispiel: die so genannten intelligenten Stifte. Diese erkennen automatisch, welche Wörter der Nutzer gerade schreibt. Und sie sind in der Lage, diese zur Speicherung an einen Computer zu übertragen. Unter Umständen wissen intelligente Stifte sogar, wer mit ihnen geschrieben hat und senden die Datei mit den digitalisierten Aufzeichnungen an die Mail-Adresse des Autors.

Grundlage für das Multifunktions-Schreibgerät ist die Messtechnik. Sensoren ermöglichen hoch leistungsfähige Systeme, die zudem immer günstiger hergestellt werden können, erläutert Mühlhäuser. Im Fall der Stifte konkurrieren sogar Technologien auf Basis von optischen, Infrarot- und Ultraschall-Sensoren auf dem Markt. Allerdings, so Mühlhäuser, müsse der Weg der Schreibspitze über das Papier noch präziser aufgezeichnet werden, damit auch kleinste Kritzeleien unverfälscht digitalisiert werden können.

Während am intelligenten Stift weiter geforscht werden muss, übernehmen winzige Sensoren an anderen Orten längst wichtige Funktionen. Denn die Bauteile sind in der Lage, Maschinen mit sinnlichen Fähigkeiten auszustatten - diese können quasi sehen, hören oder fühlen. Marktforscher beziffern das Weltmarktpotenzial von Sensoren auf 50 bis 80 Milliarden Dollar. In Deutschland gibt es rund 600 bis 700 Hersteller von industriellen Messsystemen. Und ihre Bedeutung wird steigen.

Die Schubkraft für das künftige Wachstum der Messtechnik-Branche sieht der IT-Spezialist Mühlhäuser in einem Phänomen, das die Informatik als Ubiquitous oder Pervasive Computing bezeichnet - die allgegenwärtige und durchdringende Präsenz der Rechner: Der Computer verschwindet aus unserer Wahrnehmung und ist dennoch überall gegenwärtig wie Wasser und Strom. Er muss selbst erkennen, wann der Mensch ihn braucht und was er für ihn leisten kann. Dafür brauchen die Rechner Sensoren.

"Sensoren liefern dem Computer das Verständnis für die Vorgänge in der realen Welt", erläutert Mühlhäuser. Den Wissenschaftler interessiert vor allem, wie der Mensch in Sensornetzwerke einbezogen werden kann. "Arbeitsumgebungen der Zukunft" ist beispielsweise der Schwerpunkt einer Kooperation zwischen Mühlhäusers Fachbereich und dem jüngst gegründeten Forschungszentrum CEC Darmstadt des Walldorfer Software-Konzerns SAP.

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