Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes wollen kurzfristige Wetterprognosen verbessern
Auf Unwetterwarnungen spezialisiert

Der diesjährige Sommer ist sehr unbeständig. Sonnige Abschnitte wurden in den vergangenen Wochen immer wieder von starken Unwettern unterbrochen: Starke Regenfälle, heftige Gewitter mit Sturm und Hagel haben in vielen Landesteilen der Bundesrepublik starke Schäden angerichtet.

OFFENBACH. Für die Rettungskräfte und die meisten Menschen vor Ort kamen die Unwetter jedoch nicht überraschend. Sie wurden wenige Stunden vor dem Aufziehen der dunklen Wolken mit Blitz und Donner von Durchsagen in Rundfunk und Fernsehen gewarnt. Ein Team von Meteorologen beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach überwacht das aktuelle Wetter, erstellt rund um die Uhr kurzfristige Wetterprognosen und gibt frühzeitig Warnmeldungen an die Medien und Rettungskräfte heraus.

Seitdem sich der DWD aus der allgemeinen Wettervorhersage für die Medien zurückgezogen hat und dieses Feld privaten Wetterdiensten wie Meteomedia überlässt, konzentrieren sich die Meteorologen in Offenbach auf die Verbesserung der Vorhersage von extremen Wetterentwicklungen. Die Behörde arbeitet dabei mit Katastophenschutzämtern der Ländern und der Zentralstelle für den Zivilschutz zusammen. Feuerwehren und Rettungsdienste werden ganz gezielt mit Informationen über die Wetterlage versorgt.

Um das Warnmanagement zu optimieren, hat der DWD im vergangenen Jahr ein neues Warnsystem im Internet in Betrieb genommen. Über die Homepage des DWD können sich die Einsatzkräfte aktuell über die Wettersituation in der Region informieren. „Die Feuerwehren vor Ort erhalten von uns sechs bis zwölf Stunden eine Vorwarnung, die später durch unser Vorhersagesystem ’Konrad’ im Internet immer weiter präzisiert wird“, erläutert Dirk Heizenreder, Leiter der zentralen Wettervorhersage den Prozess.

Spezieller Service für Feuerwehrleute

Um eine kurzfristige Vorhersage von bis zu sechzig Minuten zu erzielen, kombinieren die Meteorologen die aktuelle Wetterbeobachtung mit den Wetterprognosen aus dem Großrechner. Der Computer prognostiziert ständig anhand der aktuellen Wolkenbildung und den Informationen über die Bildung von gefährlichen Gewitterzellen unter Berücksichtigung der Windverhältnisse den Wetterverlauf in allen Regionen Deutschlands. Das Ergebnis wird grafisch dargestellt und in Abständen von einer Stunde aktualisiert im Internet auf der Homepage des DWD angeboten. Der Einsatzleiter der Feuerwehr vor Ort kann sich so jederzeit im Internet einen Überblick über die weitere Wetterentwicklung verschaffen. Farbige Warnpunkte in dem aufbereiteten Radarbild zeigen, was auf die Region zukommt.

Seit April dieses Jahres gibt es darüber hinaus einen noch spezielleren Service für die Feuerwehrleute: Das Feuerwehr-Wetter-Informations-System (FeWIS). Mit dem neuen Angebot, das ebenfalls über das Internet bereitgestellt wird, sollen die Prognosen noch genauer und kurzfristiger erfolgen. Außerdem können sich die Feuerwehrleute über das System fachliche Unterstützung holen und direkt mit den Meteorologen des DWD kommunizieren. Zurzeit gibt es FeWIS nur für die Hauptstädte in den Bundesländern. Der Dienst soll jedoch nach und nach für alle großen Ballungsräume erweitert werden.

Eine punktgenaue Prognose bietet jedoch auch das neue System für die Feuerwehr noch nicht. „Es gab zwar deutlich präzisere Warnmeldungen, aber sie trafen nur selten ein“, sagt Franz Hitz, Leiter der Feuerwehrleitstelle in Düsseldorf. Oft habe er seine Leute umsonst alarmiert. Die angekündigten schweren Stürme oder Gewitter hatten sich in den Nachbarstädten ausgetobt.

Auch der DWD ist mit der momentanen Vorhersagequalität noch nicht zufrieden. „Wir müssen weiter an unseren Vorhersagemodellen feilen“, sagt DWD-Forschungschef Gerhard Adrian. Die Meteorologen entwickeln zurzeit ein neues Rechenverfahren. Es soll im nächsten Jahr das alte ersetzen. Außerdem werden die statistischen Modelle, mit denen die Wetterdaten interpretier werden, ständig weiter verbessert. Mit diesen neuen Techniken könnten dann auch die kurzfristigen Prognosen künftig noch präziser werden.

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