Microsoft präsentiert Windows Server 2008
Herz-Rhythmus-Störungen in der IT

Experten sagen das Ende des Betriebssystems voraus – Marktführer Microsoft kontert mit einer neuen Server-Software. Der Software-Riese hat mit großem Pomp in Frankfurt seine neue Server-Produktlinie vorgestellt, quasi das Betriebssystem für Netzwerkrechner.

FRANKFURT. Eine IT-Welt ohne Betriebssysteme? Für Achim Berg, den Deutschlandchef des Softwareriesen Microsoft ist das auf absehbare Zeit undenkbar. „Zwar verschieben sich die Grenzen. Themen wie Virtualisierung und Betriebssysteme wachsen zusammen. Aber das bedeutet nicht die Abschaffung von Betriebssystemen“, sagte Berg dem Handelsblatt.

Die Aussage überrascht nicht, schließlich geht es für Microsoft um viel. Der Software-Riese hat am Dienstag seine neue Server-Produktlinie vorgestellt. Die Erwartungen sind enorm. „Das ist für uns eine größere Produkteinführung als die des neuen Betriebssystems Vista“, sagte Berg. Zwar nennt Microsoft keine konkreten Wachstumspläne für den Windows Server 2008. Allerdings verwies Berg auf historische Daten. „Wir sind in den zurückliegenden 19 Quartalen im Server-Bereich stets zweistellig gewachsen“, sagte er und ergänzte: „In Deutschland sind erst zehn Prozent der Netzwerkrechner virtualisiert. Da ist noch viel Potential.“

Microsoft lebt zu einem großen Teil vom Verkauf von Betriebssystem-Lizenzen für Tischrechner, Notebooks und Server. So entfielen im Fiskaljahr 2007 rund 30 Prozent der Konzernumsätze in Höhe von gut 51 Mrd. Dollar auf die Sparte Client, in der Geschäft mit PC-Betriebssystemen konsolidiert ist. Werden noch die Lizenzerlöse mit Server-Systemen addiert, beträgt dieser Anteil sogar rund 50 Prozent des gesamten Microsoft-Umsatzes.

Allerdings wird in der IT-Industrie zurzeit heftig über die Zukunft von Betriebssystemen diskutiert. Bislang sind die Betriebssysteme das Herz-Kreislauf-System eines jeden Rechners. Es übernimmt alle grundlegenden Funktionen der Computer, so etwa den Zugriff auf Dateien oder die Verwaltung der Speicherkapazitäten.

Experten etwa der Gartner-Gruppe oder von IDC erwarten, dass diese Aufgaben zunehmend von anderen Bereichen der IT übernommen werden. Bei den Tischcomputern und Notebooks habe vor allem das Internet gute Chancen, das Betriebssystem der Zukunft zu werden. Immer mehr Anwendungen würden im Internet laufen, benötigten per se also kein Betriebssystem mehr. Dennoch werde es noch lange dauern, bis das Betriebssystem hier überflüssig werde.

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