Forschung + Innovation
Mikrobiozid blockiert Aidserreger bei Menschenaffen

Aidsforscher glauben, Frauen künftig mit einem vaginalen Mikrobiozid aus bis zu drei Wirkstoffen vor einer HIV- Infektion schützen zu können.

dpa NEW YORK. Aidsforscher glauben, Frauen künftig mit einem vaginalen Mikrobiozid aus bis zu drei Wirkstoffen vor einer HIV- Infektion schützen zu können. Das Gel erwies sich im Versuch mit Rhesusäffchen als hochgradig wirksam, berichten John Moore und Kollegen von der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) in der Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“ (DOI: 10.1 038/nature04055).

Mikrobizide sind chemische Verhütungsmittel und Virenkiller, die Frauen als Gel, Flüssigkeit oder Schaum unbemerkt in die Scheide einführen können.

Mediziner in aller Welt suchen seit längerem nach Mikrobioziden, die Frauen ohne das Wissen von Männern anwenden können. Sie müssen unsichtbar und geruchslos sein und Frauen beim Verkehr mit Männern, die ein Kondom ablehnen, vor der gefürchteten Infektion bewahren.

Das von Moore und Kollegen getestete Mikrobiozid besteht aus kleinen Molekülen oder Peptiden, die das HI-Virus daran hindern, sich Zugang zu den Zellen in der Schleimhaut zu verschaffen. Dem Aidserreger gelingt es normalerweise, sich über den Rezeptor des Ccr5-Gens in eine Zelle einzuschmuggeln.

Beim Einsatz des neuen Mikrobiozids nimmt eines der kleinen Moleküle den Ccr5-Rezeptor in Beschlag und hindert das Virus daran, sich anzudocken. Ein zweites Molekül konzentriert sich auf das Protein gp120 auf der Hülle des HIV-Erregers. Der dritte Wirkstoff, ein Peptid, hinderte das Virus endgültig daran, sich bei den Menschenaffen zu etablieren, nachdem der normale Zugang bereits versperrt war.

Das Team um Moore testete das Mikrobiozid mit den Wirkstoffen in verschiedenen Kombinationen und Dosierungen und erreichte einen bis zu sechsstündigen Schutzeffekt vor der drohenden HIV-Infektion, heißt es in „Nature“.

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