Milliardenmarkt Maschinenmensch: Roboter laufen aus den Werkshallen

Milliardenmarkt Maschinenmensch
Roboter laufen aus den Werkshallen

Längst sind Roboter keine Zukunftsvision mehr: Die elektronischen Helfer kommen zunehmend in der Medizin und im Haushalt zum Einsatz, ob bei der Pflege von Demenzkranken oder der Fußbodenreinigung. Industrievertreter wittern ein Milliardengeschäft.
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FRANKFURT/DÜSSELDORF. Für die meisten Menschen sind sie Teil einer fernen Zukunft, dabei sind sie längst unter uns: Roboter. Die Maschinen kommen raus aus den Produktionshallen und rücken näher an den Menschen, als Spielkamerad, Staubsauger oder in der Medizin. Kürzlich operierten an der Düsseldorfer Klinik für Urologie Ärzte mit dem Roboter „da Vinci-Si“ erste Patienten.

Gesteuert mit einem Joystick, setzte das Gerät die Schnitte, um Eingriffe an der Prostata vorzunehmen. Auch wenn der Mediziner über die Steuerung die Kontrolle über die insgesamt fünf Arme der Maschine behält, bestechen die Vorteile. Das natürliche Zittern in der Hand des Operateurs gleicht der da Vinci-Si aus. Auch ermüdet der Operateur weniger schnell, da der Roboter die körperliche Arbeit übernimmt.

Der Schnitt durch die Bauchdecke des Patienten ist nur wenige Millimeter lang. Durch dieses Schlüsselloch erfolgt der Eingriff an den inneren Organen. Greift der Mensch zum Skalpell, ist der Schnitt länger, und mehr Gewebe wird verletzt. Die Genesung dauert folglich länger, und die Schmerzen sind größer. Der Roboter da Vinci-Si entwickelt sich zum Segen in der Medizin. Das sehen auch die Ärzte an der Düsseldorfer Klinik so, sie wollen die Maschine nun regulär einsetzen. Die Düsseldorfer sind, wie auch eine Klinik in München und eine in Essen, die Vorläufer in Deutschland. Andere Krankenhäuser warten beim Einsatz der elektrischen Helfer noch ab.

Ihr Nutzen in der Diagnostik oder in der Therapie ist aber unumstritten. Roboter können in der Krankengymnastik eingesetzt werden; etwa nach Knieoperationen, wenn der Patient immergleiche Übungen machen muss. Bislang hilft beim Strecken und Anziehen des Beins eine Fachkraft, die ist teuer. Mit weiter steigenden Gesundheitskosten wachsen die Chancen für elektrische Pfleger.

Andere Länder sind weiter als Deutschland. In Japan werden Roboter verbreitet in der Therapie angewendet. In einigen Altenheimen ersetzen sie sogar den Gesprächspartner. Programmiert auf freundliche Konversation, übernehmen sie die Zuhörerrolle verflossener Partner.

Den Sprung von Japan in die deutschen Altenheime schaffte die Roboterrobbe Paro, die bei der Betreuung von Demenzkranken eingesetzt wird. Sie schmiegt sich an und erobert das Herz der Patienten mit ihrem sanften Blick. Das Gerät reagiert auf Sprache, Temperatur und Berührung. Therapeuten bescheinigen Paro einen positiven Einfluss.

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